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Degrowth-Konferenz in Malmö: Was kommt nach dem Wachstum?

Degrowth-Konferenz in Malmö: Was kommt nach dem Wachstum?

Was soziale und grüne Politik angeht, gelten die Länder Nordeuropas vielen als vorbildlich. Doch auch hier kann von einem entschiedenen Wandel zur Nachhaltigkeit nicht die Rede sein. Das thematisiert die 6. Internationale Degrowth-Konferenz diese Woche in Malmö.

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Dienstag, 21. August 2018

Daily Navigator: Wild­schwein­gren­ze zu Dänemark, Kritik an Kohle-Kommission und auf den Spuren des Mülls

die Dinge im heutigen Navigator sind nicht so, wie sie scheinen. Da ist zum Beispiel die Geschichte von William Wehrum. Der arbeitet zwar bei der US-Umweltbehörde EPA, war aber beinahe ein Jahrzehnt lang wichtiger Anwalt von großen Industriekonzernen von der Sorte, die durch die EPA eigentlich kontrolliert werden sollen. Oder da ist der Zaun zum mutmaßlichen Abhalten von Wildschweinen, von dem Gegner glauben, dass er einfach als nächste Schikane gegen Flüchtlinge fungieren soll.

Auf unserer eigenen Seite haben wir hier frisch ein Interview mit Nachhaltigkeitsforscher Nico Paech. Er glaubt nicht daran, dass technische Innovationen die Umweltprobleme unserer Zeit lösen werden. Stattdessen fordert er eine Neuverteilung der Arbeit, 20-Stunden-Woche inklusive. 

Wir melden uns auch morgen aus unserer vorerst weiter regulären Arbeitswoche. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

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Industrievertreter kritisieren Kohle-Kommission

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Schon vor der ersten Sitzung hatte es Streit zur Zusammensetzung des Gremiums gegeben – und noch immer sind nicht alle Beteiligten mit der Kohle-Kommission, die einen Plan zum Ausstieg aus der Kohleförderung in Deutschland entwickeln soll, zufrieden. Vertreter energieintensiver Unternehmen beschweren sich, dass ihre Belange kaum beachtet werden. Sie fordern beispielsweise Strompreiskompensationen für Unternehmen, zusätzlich zu den vom Bund angekündigten Hilfen für betroffene Regionen. Mehr hat das Handelsblatt.

Interview, 4 Minuten Lesezeit
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Privatleute sollen leichter Ladestationen aufstellen

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Die Bundesregierung will die Aufstellung von Ladestationen für E-Autos von Privatleuten erleichtern. Bisher verhindern vor allem viele Einspruchsmöglichkeiten den einfachen Bau solcher Stationen. Mieter sollen künftig einen Anspruch beim Vermieter darauf haben, eine Ladestation errichten zu dürfen, berichtet die Süddeutsche Zeitung über die Pläne.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Dänemark baut eine Ebergrenze

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Was politische Entscheidungen im Alltag bedeuten, beschreibt die Süddeutsche Zeitung: Kürzlich hat das dänische Parlament einen Wildschweinzaun beschlossen, der auf 70 Kilometer Länge künftig 1,50 Meter hoch davor schützen soll, dass die Tiere die Grenze ins Land überqueren. Offiziell geht es dabei um Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest, eine für den Menschen ungefährliche Seuche, die vor allem in Osteuropa Tiere befallen hat. In Deutschland gibt es keine Fälle, sodass Gegner des Zauns darin vor allem ein Wahlkampfmanöver der Rechtspopulisten sehen.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Klima-Bilanz von Bio-Müsliriegel mit Insekten

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Ernährung mit Insekten soll weltweite Engpässe in der Nahrungsversorgung lindern, doch nicht immer gelingt das so einfach, wie es die Hersteller gerne hätten. In einer kleinen Reihe schaut sich die taz neue Produkte an – dieses Mal geht es um den Bio-Insektensnack „Instinct“. Der besteht zu immerhin sechs Prozent aus Kurzflügelgrillen in Form von verbackenem Mehl. Allerdings steht im Kleingedruckten auch, dass die Tiere aus Kanada importiert werden – das Fazit der Kollegen deshalb: „Fraglich, ob die Klimabilanz gegenüber regionalen Lebensmitteln tatsächlich so prima ist.“

Kurztest, 1 Minute Lesezeit
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Aus der Industrie in die Trump-Regierung

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Bei den vielen Schlagzeilen über die Trump-Regierung fällt es manchmal schwer, konkrete Veränderungen festzustellen – oder einzelne Akteure wirklich zu verstehen. Die New York Times beleuchtet in einem großen Porträt William Wehrum, den ranghöchsten US-Offizier zum Thema Luftverschmutzung. Das Pikante: Beinahe ein Jahrzehnt lang hatte Wehrum als Anwalt von Konzernen versucht, die Umweltbehörde EPA zu lascheren Gesetzen zu drängen. Jetzt kann er aus der Behörde heraus den alten Seilschaften liefern, wonach sie verlangen. Für heute wird ein öffentlicher Vorschlag Trumps erwartet, der einige Umweltregulierungen zu Emissionen von Kohlekraftwerken zurückdrehen soll.

Englisches Porträt, 9 Minuten Lesezeit

Debatte am Dienstag: Wo der Müll in den Ozeanen eigentlich hinkommt

Wir müssen noch einmal auf das Dauerthema Plastik zurückkommen und blicken in den Pazifik – dort, wo auf einer Fläche, die viermal so groß wie Deutschland ist, der Müll schwimmt.

Im Schwerpunkt „Leben im Wegwerfmodus“ beschreibt Zeit Online diese „größte Müllkippe der Welt“ beeindruckend mit vielen Grafiken und Zusatzinformationen. Geschätzt 1,8 Billionen Plastikteilchen schwimmen im Great Pacific Garbage Patch, heißt es darin beispielsweise.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 5.18 Artenvielfalt

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 5.18 Artenvielfalt

Die Lage ist ernst: Die Insekten verschwinden aus unserer Umwelt und mit ihnen viele Vögel, Fische und Pflanzen. Warum auch wir die Artenvielfalt zum Überleben brauchen, zeigen wir in unserer neuen Ausgabe: Ein Jahr nach der Krefelder Studie über den drastischen Insektenschwund in Deutschland gehen wir der Frage nach, was wahrer Reichtum ist – und wie wir ihn erhalten können.

Artenvielfalt – 5.18

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Nachrichten

Künftig besser leben
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17.Aug 2018

Nach­hal­tig­keits­for­scher Paech: „Wir brauchen die Rückkehr zum mensch­li­chen Maß“

Nachhaltigkeitsforscher Paech: „Wir brauchen die Rückkehr zum menschlichen Maß“

Angesichts von schleppendem Klima- und Umweltschutz haben wir den Wissenschaftler Niko Paech gefragt, wie wir in Zukunft leben sollen. Vor allem genügsamer, antwortet dieser – und erteilt damit der Vorstellung eine Absage, technische Innovationen könnten unsere Umweltprobleme lösen. Stattdessen schlägt der Ökonom das Modell einer schrumpfenden Wirtschaft vor. Samt Zwanzig-Stunden-Arbeitswoche.

Karriere in grün
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13.Aug 2018

Wie wir mit Hightech in der mon­go­li­schen Wildnis forschen – und die Technik versagt

Wie wir mit Hightech in der mongolischen Wildnis forschen – und die Technik versagt

Zwei Monate in der Wildnis überleben und forschen: Drei junge Wissenschaftlerinnen zählen bedrohtes Rotwild in der Mongolei. Damit wollen sie überprüfen, ob die Population sich erholt. Doch das Gelände ist unwegsam, die Möglichkeiten des Forschungsteams sind begrenzt. Da ist es gut, eine Drohne für Luftaufnahmen der Tiere dabeizuhaben. Doch dann stürzt das Fluggerät ab.

Plastikmüll
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15.Aug 2018

Wie Sie beim Picknick auf Plastik verzichten können

Wie Sie beim Picknick auf Plastik verzichten können

Laut UN-Generalsekretär António Guterres hat Plastik das Potenzial, langfristig eine globale Katastrophe auszulösen. Die EU-Kommission will Einwegplastik wie Strohhalme und Rührstäbchen verbieten. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie beim nächsten Picknick schon jetzt den überflüssigen Plastikmüll vermeiden können.

Lesestoff
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10.Aug 2018

Alarm im Garten: Was Sie gegen das In­sek­tenster­ben tun können

Alarm im Garten: Was Sie gegen das Insektensterben tun können

Vor einem Jahr zeigten Krefelder Forscher, dass das Artensterben auch bei uns angekommen ist. Aber was kann die Gesellschaft, was kann der einzelne Mensch tun? In ihrem neuen Buch erklären der Forscher Andreas Segerer und die Autorin Eva Rosenkranz die Hintergründe des Insektensterbens und wie man ein Teil der Lösung werden kann. 

Mehr davon? Schauen Sie in unserem Nachrichten-Archiv vorbei.
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Ihr Fleisch und
sein Gemüse

Eine Köchin, die Biofleisch produziert. Ein Veganer, der Fertigprodukte verkauft. Zwei Leute, ein Ziel: die Menschen besser zu ernähren. Über den richtigen Weg streiten Sarah Wiener und Jan Bredack

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Um­welt­zer­stö­rung
in der Kunst

Das Kunstfestival „Triennale der Photographie Hamburg“ greift die zentralen Fragen unserer Zeit auf: Wann ist die Belastungsgrenze für Natur und Gesellschaft erreicht? Was müssen wir ändern?

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À la Saison

Greenpeace Magazin - Saison: Wundersame Weinbeere

Wundersame Weinbeere

Die Tafeltrauben hängen zu hoch? Egal. Trinken Sie Wein! So wie Jesus. Oder Baudelaire. Oder alle anderen. Wo wir da hinkommen? In die künstlichen Paradiese.

Greenpeace Magazin - Saison: À la Saison – Heldenhafte Heidelbeere

À la Saison – Heldenhafte Heidelbeere

Im Märchenwald nervt sie kleine Menschen und andere Zwerge. Im echten Leben aber hat sie Superkräfte, die sogar essbar sind. Auf, auf und davon!

Greenpeace Magazin - Saison: À la Saison – Ehrwürdige Erdbeere

À la Saison – Ehrwürdige Erdbeere

Von Asterix bis '68 probt diese Rote die Revolte – und hat ein saftiges Geheimnis. Welches? Merken Sie sich erstmal die Parole der Saison: Erdbeerfelder für immer!

Das Monster
im Meer

Wie U-Boote mit Nuklearwaffen den
Westen Schottlands prägen

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Geht doch!

Greenpeace Magazin - Geht doch: An die große Glocke damit

An die große Glocke damit

Deutschland: Aldi Süd nimmt Ausbeuter-Erdbeere aus dem Regal

Greenpeace Magazin - Geht doch: Zurück für die Zukunft

Zurück für die Zukunft

Bayern: Gelungenes Comeback der Wildkatze

Greenpeace Magazin - Geht doch: Gutes statt Plastik

Gutes statt Plastik

Großbritannien: Queen Elisabeth geht mit gutem Beispiel voran

Als Menschenrechtsorganisation war Aldi Süd bisher noch nicht aufgefallen. Im Frühsommer nahm das Unternehmen Erdbeeren aus Spanien aus dem Regal, weil die Produzenten im Verdacht stehen, ihre „Geschäftspartner“ (vulgo: Pflücker) nicht nur finanziell zu übervorteilen (was im Übrigen auch Geschäftsgrundlage eines auf Niedrigstpreisen basierenden Discounterwesens ist) – sondern, verwerflicher noch, die Mitarbeiterinnen unwürdigen Arbeitsbedingungen und sexuellem Missbrauch auszusetzen. Das Online-Magazin Buzzfeed hatte in einer Reportage über die Zustände berichtet, worauf Aldi Süd sich öffentlich bestürzt zeigte und die Erdbeerregale leerte. Nun ist es ja leicht, sich über einen ertappten Supermarktriesen aufzuregen, allerdings werden auch Verbraucher nicht gezwungen, Erdbeeren zu einem Preis zu kaufen, bei dem selbst Menschen mit profunder Rechenschwäche einleuchtet, dass für denjenigen, der sie geerntet hat, nicht viel übrig bleiben kann. Dann lieber auf die nächste Saison warten und selber pflücken, das geht ja bei vielen Plantagen in Deutschland. Der Lohn: wunde Finger, Rückenschmerzen und das gute Gefühl, garantiert nur sich selbst ausgebeutet zu haben.
 

Außerdem Interessant

Italien: Bittere Früchte
Obst aus Süditalien kommt häufig auf kriminellem Weg in den Supermarkt, denn die Mafia mischt mit. Tausende Arbeitskräfte werden ausgebeutet, viele davon sind Migranten. Wir berichteten bereits vor Jahren, jetzt holte eine ARD-Dokumentation („Europas dreckige Ernte“) das Thema ins Hauptprogramm. Und siehe da: Der „Stern“ warnt seine Leser schon eindringlich davor, Obst aus der Region zu kaufen.  

Kenia: Fliegende Blumen
Bis heute gibt es kein offizielles Siegel, das faire Arbeitsbedingungen ausweist. Einigermaßen verlässlich ist das Fairtrade-Logo bei Produkten aus Afrika. Daher ein Verbrauchertipp: Wenn es gerade Blumen sein müssen, dann vielleicht ein Strauß aus Kenia, allen Transportweg-Bedenken zum Trotz. Die Löhne der Arbeiter auf den Fairtrade-Plantagen sind dort in den letzten Jahren gestiegen, ein Trend, den man weiter unterstützen sollte.

Honduras: Saubere Sneaker
Aufhorchen, Sportsfreunde! Wie wir von der Organisation CI-Romero erfuhren, hat sich der lange Kampf der Näherinnen einer Adidas-Zulieferfabrik in San Pedro Sula, Honduras, gelohnt. Seit sie eine Gewerkschaft gründeten, haben sich die Arbeitsbedingungen verbessert, Tarifverträge gibt es auch. Da könnte Adidas doch gleich in einem Nachbarbetrieb nachsehen. Dort gibt es laut CI-Romero trotz Tropenhitze keine Lüftung, das Akkord-Tagessoll sei unmenschlich hoch. Adidas antwortete auf unsere Nachfrage, die Vorwürfe prüfen zu wollen.