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Noch ohne Zustimmung der Parlamente: Der EU-Kanada-Handelspakt Ceta tritt provisorisch in Kraft

Noch ohne Zustimmung der Parlamente: Der EU-Kanada-Handelspakt Ceta tritt provisorisch in Kraft

Das Drama um das Handelsabkommen Ceta hielt Europa und Kanada monatelang in Atem. Nun tritt der umstrittene Vertrag europaweit in Kraft, obwohl es die nationalen Parlamente noch nicht ratifiziert haben. Und die EU-Kommission hat bereits weitere neue Handelspartner im Visier.

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Donnerstag, 21. September 2017

Daily Navigator: Städte verklagen Ölfirmen, Erdbeben in Mexiko und Puerto Rico nach Maria ohne Strom



zu Beginn bitten wir um Entschuldigung: Wir haben es am Freitag verpasst, auf unsere dreitägige Pause hinzuweisen – das tut uns leid. Das nächste Mal lassen wir Sie deutlicher wissen, wenn wir ein paar Tage aussetzen.

Heute im Navigator blicken wir dafür wieder auf die gesamte Bandbreite unserer üblichen Themen, vom Abgasskandal bis zu bösen Ölfirmen, von Antibiotika bis Klimawandel – und leider bis hin zu zwei neuen Naturkatastrophen in Mexiko und in der Karibik.

Und eine kleine Vorausschau haben wir auch bereits: Morgen kommt unsere letzte Ausgabe vor der Wahl am Sonntag. Deshalb schauen wir uns die Parteiprogramme genau an und fassen die wichtigsten Forderungen zu Umwelt-, Klima- und Teilhabethemen zusammen. Bis dahin!

Das Team vom Navigator.

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San Francisco und Oakland verklagen Ölfirmen

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Zum ersten Mal versuchen zwei vom Klimawandel betroffene Städte, von Öl-Konzernen das Geld zu dessen Bewältigung zu bekommen: San Francisco und Oakland verklagen große Multis wie Chevron, ExxonMobil, Shell und BP. In der Vergangenheit hatten solche Aktionen wenig Erfolg, doch wegen der Ignoranz der Trump-Regierung gegenüber dem Klimawandel könnte die Zahl derartiger Klagen steigen – und bessere Messmethoden die Erfolgschancen dieser Klagen erhöhen, berichtet SF Gate.

Englischer Bericht, 6 Minuten Lesezeit

Mehr als 220 Tote nach Erdbeben in Mexiko

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Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen hat es in Mexiko ein Erdbeben gegeben. Ausgerechnet am Jahrestag des tragischen Bebens von 1985 hat in der Nähe der Hauptstadt Mexiko-Stadt wieder der Boden gebebt. Erste Schätzungen gehen von mindestens 220 Toten aus, darunter zwei Dutzend in einer Schule. Mexiko-Stadt ist wegen der ungewöhnlichen tektonischen Verhältnisse unter den Erdplatten besonders erdbebengefährdet, erläutert Spiegel Online.

Bericht, 5 Minuten Lesezeit

Puerto Rico nach Hurrikan: Gesamte Insel ohne Strom

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Nach „Harvey“ kam „Irma“ – nun hat mit „Maria“ der nächste Hurrikan in der Karibik eine riesige Schneise der Verwüstung hinter sich gelassen. Die Schäden sind verheerend: Auf Guadeloupe sind zwei Menschen gestorben, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Erste Schätzungen gehen von Schäden in Höhe von 30 Milliarden Dollar auf Puerto Rico und den US Virgin Islands aus. Die rund 3,4 Millionen Einwohner Puerto Ricos waren komplett ohne Strom, fasst Mother Jones mit noch mehr Details auf Englisch zusammen.

SZ-Artikel, 4 Minuten Lesezeit

WHO fordert mehr Investitionen zu antibiotikaresistenten Keimen

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Die Weltgesundheitsorganisation WHO fordert dringend, die Investitionen in neue und wirksame Antibiotika zu erhöhen. Weil beispielsweise jährlich rund 250.000 Menschen an der inzwischen behandlungsresistenten Tuberkulose sterben, müssten neue Medikamente gefunden werden, fasst SWR sehr knapp zusammen. Mehr bei der WHO.

Kurzbericht, 2 Minuten Lesezeit

Neue Studie glaubt, dass Klimawandel länger dauern wird

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Laut einer neuen Studie bleibt der Menschheit etwas länger Zeit, bis die Schwelle zu einem gefährlichen Klimawandel erreicht wäre. Die Verfasser des in „nature geoscience“ veröffentlichten Forschungspapiers der Universität Oxford glauben, dass die Menschheit noch rund 20 Jahre braucht, bis das CO2-Budget für das 1,5-Grad-Ziel aufgebraucht ist. Viele Kollegen haben die Berechnungen mit Skepsis aufgenommen, schließlich kommen andere Studien seit Jahren zu deutlich düsteren Ergebnissen, schreibt klimaretter.info.

Zusammenfassung, 3 Minuten Lesezeit

Denkzettel am Donnerstag: Alles Gehirnwäsche!

Über Monate haben wir nun den Abgasskandal hingenommen. Was raten einem eigentlich inzwischen die Händlerinnen und Händler, wenn man ins Autohaus kommt und einen Neuwagen möchte?

Es ist kein besonders langer und sicher kein repräsentativer Test, den die Kollegen der taz machen, aber einer, der die Augen öffnet. Sie besuchen einige Autohäuser und fragen gezielt nach Dieselfahrzeugen. In den Neuwagentempeln scheint es die Dieseldebatte nie gegeben zu haben. Ein Bericht, der zeigt, wie viel noch zu tun ist.

„Er empfiehlt einen Diesel, der laut ADAC-Test die Stickstoff-Grenzwerte der Euro-6-Norm um das Neunfache überschreitet. Der Verkäufer, sonst überzeugter Leser von Autozeitschriften, hält deren Studien aber für Quatsch: „Die verwirren die Käufer nur.“

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Verkehrswende
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20.Sep 2017

Fragen zur Bun­des­tags­wahl: Was kann der Bund von Berlin beim Radverkehr lernen?

Berlin plant das erste Land mit einem eigenen Fahrradgesetz zu werden. Die Berliner Umweltsenatorin Regine Günther erklärt im Interview, was sie sich von der Bundespolitik für den Radverkehr wünscht. Außerdem in diesem Artikel: Was die Parteien in ihren Wahlprogrammen zum Radverkehr sagen.
Erdbeben
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15.Sep 2017

Die starken Frauen von Juchitán trotzen dem Jahr­hun­dert­be­ben in Mexiko

Nach dem Erdstoß der Stärke 8,2 liegen Teile der mexikanischen Stadt Juchitán in Schutt und Asche. Traditionell haben dort die Frauen das Sagen. Nun sorgen die stolzen Matriarchinnen dafür, dass das Leben weitergeht.
Zum Tod von Albert Speer jr.
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18.Sep 2017

Ein Streiter für den öko­lo­gi­schen Umbau von Städten

Albert Speer junior war mehr als nur ein Architekt. Der Sohn von Hitlers Hofarchitekt ist mit seiner Vision von nachhaltiger Stadtplanung aus dem Schatten seines Vaters hervorgetreten. Nun ist er gestorben.
energiewende
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13.Sep 2017

Fragen zur Bun­des­tags­wahl: Warum schafft es der Koh­le­aus­stieg nicht auf die politische Agenda?

Deutschland feiert sich international als Vorreiter im Kampf gegen den Klimawandel, verfehlt seine Klimazeile für 2020 jedoch deutlicher als bisher vermutet. Das schnelle Abschalten alter und dreckiger Kohlekraftwerke könnte dem entgegenwirken. Im Wahlkampf spielt das Thema aber kaum eine Rolle.
Atomkraftwerke
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01.Sep 2017

Kostenlos verteilte Jod­ta­blet­ten sollen Aachener bei einem Störfall im belgischen AKW Tihange schützen

Man kann es pragmatisch finden oder makaber: Weil Experten die Betriebssicherheit des belgischen Atomkraftwerks Tihange bezweifeln, beginnt im Aachener Grenzland nun die kostenlose Ausgabe von Jodtabletten – sie sollen vor Schilddrüsenkrebs schützen.

Man kann es pragmatisch finden oder makaber: Weil Experten die Betriebssicherheit des belgischen Atomkraftwerks Tihange bezweifeln, beginnt im Aachener Grenzland nun die kostenlose Ausgabe von Jodtabletten – sie sollen vor Schilddrüsenkrebs schützen.

Das angenommene Schreckensszenario: Im belgischen Atomkraftwerk Tihange kommt es zum Atomunfall. Radioaktive Strahlung tritt aus. Mit Westwind treibt die radioaktive Wolke auf die Region Aachen zu. Keine siebzig Kilometer liegen zwischen Aachen und dem wegen Sicherheitsbedenken umstrittenen Kernkraftwerk Tihange, das bereits 1975 in Betrieb gegangen ist und wiederholt durch Störfälle Schlagzeilen gemacht hat. In der Grenzregion gibt es deshalb große Zweifel, dass im Erstfall die Zeit reicht, die Bevölkerung mit hoch dosierten Jodtabletten zu versorgen.

Am Freitag beginnt deshalb die Versorgung der Bevölkerung mit den Tabletten, die verhindern sollen, dass die Schilddrüse radioaktives Jod aufnimmt. Eine Maßnahme, die bisher bundesweit nur in Ausnahmefällen und in sehr begrenzten Bereichen zugelassen wurde.

Terror in Brüssel: Belgisches Atomkraftwerk Tihange wird evakuiert

Ein Mitglied der Familie Vitr zeigt einen Blister mit Jodtabletten. Foto: dpa

Es gibt viele Unbekannte in den in Aachen durchgespielten Szenarien: Passiert der Unfall tagsüber, nachts, in der Ferienzeit, wie stark ist der Wind, regnet es? „Je nachdem wie das genaue Szenario aussieht, haben wir ganz große Zweifel, dass wir es schaffen, Jodtabletten rechtzeitig zu verteilen“, begründet der Aachener Verteilungskoordinator Markus Kremer die Maßnahme. Sofort müssten über die ganze Stadt verteilt und an fußläufig zu erreichenden Punkten Ausgabestellen eingerichtet werden, „und das in einer Zeit, wo nicht nur geringe Unruhe entsteht“, beschreibt er die Herausforderung.

Menschen bis zu 45 Jahren, Schwangere und Stillende haben ein Anrecht auf die kostenlosen Tabletten, die Schilddrüsenkrebs verhindern sollen. Menschen über 45 Jahren sollten nach der Empfehlung der Strahlenschutzkommission keine Jodtabletten nehmen. Das Risiko von Nebenwirkungen sei dann höher als das Risiko, später einmal an Schilddrüsenkrebs zu erkranken.

Wer unter 45 ist, kann in der Aachener Region bis Ende November über einen Link im Internet Bezugsscheine beantragen und sie später in beteiligten Apotheken einlösen. Die Behörden rechnen damit, dass mehr als jeder Dritte das Angebot wahrnimmt. Es gebe eine hohe Sensibilität.

Auch bei der Aachener Familie Vitr. Die ist längst in die Apotheke gegangen und hat sich die Tabletten selbst gekauft. Das Ehepaar Mirco und Anika haben die Tabletten jetzt immer im Portemonnaie bei sich – auch für ihre fünf und zwei Jahre alten Kinder.

Die Gesundheit ist nicht die einzige Sorge. Was wäre denn mit ihrem schmucken Einfamilienhaus im Ernstfall, fragen sich die Vitrs: „Man hat eine Immobilie, zahlt ab. Was ist, wenn man alles verlassen muss?“, fragt Mirco Vitr. Im Bekanntenkreis sei das durchaus ein Thema. Der 38-Jährige erinnert sich an seine Kindheit, als er nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl nicht mehr im Sandkasten seines Onkels spielen durfte.

Im Zusammenhang mit Tihange haben bisher die Behörden agiert. Durch die Verteilung der Tabletten verändert sich nach Meinung des Heidelberger Psychologen Professor Joachim Funke auch das Risikoempfinden der Menschen in der Region: „Mit der Verteilung von Jod-Tabletten erhöht sich die Risiko-Wahrnehmung, weil die Behörden ja offensichtlich den Eindruck haben, dass sie ihre Strategie ändern müssen.“

Je nach Typ reagierten Menschen ganz unterschiedlich auf die Situation: Die einen würden mehr grübeln, die anderen meinten, sie hätten mit den Jodtabletten alles unter Kontrolle. „Aber das ist nur eine Scheinkontrolle. Denn mit den Jodtabletten habe ich ja nicht wirklich Kontrolle über das Geschehene“, sagt Funke.

Und dann gibt es vielleicht noch die Sorglosen, die die Sorgen anderer nicht ernst nehmen – und nichts tun. Für die würden im Ernstfall noch Jodtabletten ausgegeben, sagt der Aachener Ausgabekoordinator Kremer. Aber das wäre in keinem Fall so entspannt wie jetzt: „Wir appellieren, die Chance einfach jetzt zu nutzen und sich den Druck zu nehmen.“

Elke Silberer, dpa

Wie Aachen die Stilllegung des Risikoreaktors Tihange 2 mit einer Klage durchsetzen will, lesen Sie im Greenpeace Magazin 3.16, „Eine Stadt stellt sich quer“.

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