Reports / Meinungen / Interviews

Polarfieber

Polarfieber

Die Arktis taut. Was Forscher jetzt entdecken und wie die Industrie auf Beutezug geht. Ab sofort in der neuen Ausgabe des Greenpeace Magazins

Weiterlesen
Dienstag, 18. Februar 2020

Daily Navigator

Der Navigator steuert Sie täglich durch die relevantesten Meldungen und besten Geschichten zum Thema Umwelt.

Orbán will für jedes Baby Bäume pflanzen, Grönland verkauft bald Schmelzwasser und Tod eines Bio-Pioniers

Liebe Leserinnen und Leser,

in unserer heutigen Umwelt-Presseschau geht es um Menschen und Mümmler, die es verstehen, aus der Not eine Tugend zu machen. Ein Beispiel: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán, der bislang nicht als großer Klimaschützer in Erscheinung getreten ist. Jetzt jedoch hat sich der Machthaber eine neue Idee einfallen lassen, um das Bevölkerungswachstum anzukurbeln – für jedes neue Baby im Land will der Politiker Bäume pflanzen. Auch Grönlands Energiemi­nis­ter Jess Svane macht mit einer Idee Schlagzeilen: Er möchte das Schmelzwasser von Eiskappen und Gletschern verkaufen – als Ressource in Regionen, in denen Trinkwasser knapp ist. Und zuletzt haben wir noch wilde Kaninchen im Angebot, die ganz bewusst in die Frankfurter Innenstadt einwandern, weil sie dort mittlerweile leichter Futter und Fortpflanzungspartner finden.

Damit sagen wir: Happy Tuesday – und bis morgen! 

Das Team vom Navigator

Schließen
emoji

Orbán will für jedes Neugeborene zehn Bäume pflanzen

mehr

Der Kampf gegen den Klimawandel hatte für die rechtskonservative ungarische Regierung bisher keine heraus­ra­gen­de Bedeutung. In seiner Rede zur Lage der Nation kündigte Ministerpräsident Viktor Orbán jetzt jedoch an, künftig für jedes Neugeborene in Ungarn zehn Bäume pflan­zen zu lassen. Durch diese Maßnahme würden Ungarns Waldflächen bis zum Jahr 2030 um 27 Prozent wachsen. In Orbáns Nationalem Energie- und Klimaplan ist das Ziel festgehalten, bis 2030 die Energie des Landes zu 90 Prozent klimaneutral zu erzeugen. Ob­wohl das Land weiter am Pariser Klimaabkommen festhält, hatte die Orbán-Regierung in der Vergangenheit die Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen wiederholt infrage gestellt. Die von der Re­gie­rung kontrollierten Medien leugnen immer wieder die Auswirkungen des menschen­ge­machten Klimawandels. Die Meldung hat Spiegel Online.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
emoji

Grönland verkauft bald Schmelzwasser

mehr

Das besonders vom Klimawandel betroffene Grönland will sein Schmelzwasser zu einem Exportprodukt machen. „Jetzt sagen wir der Welt: Wir haben große Mengen reinsten Was­sers, und wir bieten ihr an, diese Ressource zu nutzen“, sagte Grönlands Energieminister Jess Svane dem Tagesspiegel. Neun kleinere Projekte hätten bereits eine Lizenz zum Trinkwasser-Expor­t erhalten. „Aber wir wollen expandieren und unser Wasser mit dem Rest der Welt teilen“, sagte Svane. Die Arktis erwärmt sich doppelt so schnell wie die restliche Erde; von 2012 bis 2017 schmolzen laut Forschern jährlich etwa 239 Milliarden Tonnen des Grönland-Eisschildes – das entsprach knapp dem 13-fachen des geschmolzenen Eises 20 Jahre zuvor. Damit befindet sich die Region in einem Zwiespalt zwischen Klimaschutz und neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten. Eine Zusammenfassung bietet das RND.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
emoji

Amazon-Chef Bezos will zehn Milliarden für die Klimarettung geben

mehr

Der Gründer und Chef des Internetkonzerns Amazon, Jeff Bezos, will zehn Milliarden US-Dollar für die Bekämpfung des Klimawandels spenden. Das schrieb Bezos, der laut Forbes-Rangliste gegenwärtig reichster Mann der Welt ist, auf Instagram. „Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für unseren Planeten“, mahnte Bezos. Er gründe deshalb den „Bezos Earth Fund“, mit dem Wissenschaftler, Aktivisten und Nichtregierungsorganisationen beim Kampf gegen den Klimawandel finanziell unterstützt werden sollten. Erste Fördergelder sollen ab dem Sommer fließen. Bezos' Vermögen wird auf fast 130 Milliarden US-Dollar geschätzt – er sah sich in der Vergangenheit Kritik ausgesetzt, weil er gemessen an seinem Reichtum vergleichsweise wenig Geld spendete, schreibt die Deutsche Welle.

Bericht, 1 Minute Lesezeit
emoji

Kaninchen gedeihen in der Stadt besser als auf dem Land

mehr

Eine im Journal Scientific Reports veröffentlichte Studie zeigt, welche wichtige Rolle unsere Städte in Zukunft als Lebensraum für Wildtiere spielen werden. Im Fall des Wildkaninchens (Oryctolagus cuniculus) konnten Forscher der Universität Potsdam nachweisen, dass die Tie­re tatsächlich vom ländlichen Umland in die Frankfurter Innenstadt einwandern. „Wildka­nin­chen erreichen dort hohe Dichten, wo sie ausreichend Nahrung finden und die Möglichkeit haben, in nächster Nähe Bauten anzulegen“, erklärt Verhaltensbiologin Madlen Ziege. Solche Bedingungen gebe es zunehmend in großen Städten – weit mehr als in „ausgeräumten“ Agrar­flä­chen. Zugleich stellten die Wissenschaft­ler fest, dass die Stadtkaninchen genetisch sogar viel­fältiger sind als ihre Artgenossen auf dem Land. „Auf dem Land leben die wenigen Kanin­chengruppen viel weiter voneinander entfernt. Das führt zu einer größeren Inzucht“, sagt die Forscherin. Mehr beim Standard.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
emoji

Tod von Bio-Pionier Schweisfurth: Metzger, der glückliche Schweine liebte

mehr

1984 besuchte Karl Ludwig Schweisfurth, erfolgreicher Chef von Herta-Wurst, einen Liefe­ran­­ten – einen Schweinemastbetrieb mit 3.000 Tieren. Nichts Ungewöhnliches eigentlich; heu­tige Betriebe mästen bis zu 60.000 Schweine gleichzeitig. Aber Schweisfurth reichte das schon. „Die Wucht der Bilder und Gerüche schlug mir in den Solarplexus“, schrieb er später in seiner Autobiografie. Schweisfurth entschied sich für einen radikalen Schnitt und wurde Öko-Bauer – im weitesten Sinne. Er verkaufte Herta an den Schweizer Lebensmittelmulti Nestlé, um selbst etwas ganz Neues zu beginnen: die Herrmannsdorfer Landwerkstätten. Mit diesem ökologischen Musterbetrieb wollte er zeigen, dass andere Produktions- und Ernäh­rungsweisen möglich sind. Jetzt ist Schweisfurth im Alter von 89 Jahren gestorben – einen Nachruf hat die SZ.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit

Debatte am Dienstag: Tempo ist nicht nur für Tesla entscheidend

Eigentlich macht Tesla bislang alles, was von Umweltschützern verlangt wird. Waldameisen, Zwergfledermäuse und Zauneidechsen werden umgesiedelt oder in Ruhe gelassen. Der Wald soll an anderer Stelle wieder aufgeforstet werden – als ökologisch wertvoller Mischwald.

Trotzdem stehen die Maschinen zur Rodung auf dem Fabrikgelände derzeit still. Die Signalwirkung des erzwungenen Baustopps ist fatal, findet Felix Wadewitz vom Tagesspiegel.

Daily Navigator abonnieren?

Hier klicken! Jeden Tag die wichtigsten Umweltmeldungen direkt ins Postfach

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 2.20 Polarfieber

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 2.20 Polarfieber

Die Arktis taut. Was Forscher jetzt entdecken und wie die Industrie auf Beutezug geht. Ab sofort in der neuen Ausgabe des Greenpeace Magazins

Zur Ausgabe

Wöchentlichen Newsletter bestellen?

Hier klicken! Jede Woche der ganz besondere Blick auf aktuelle Umweltereignisse – direkt ins Postfach

Reports / Meinungen / Interviews

Keine Anzeige
/
18.Feb 2020

Amazon-Werbung: Prahlen mit dem (Betriebs)klima

Amazon-Werbung: Prahlen mit dem (Betriebs)klima

Amazon droht Mitarbeitern mit Kündigung, weil sie ihren Arbeitgeber öffentlich für mangelnden Klimaschutz kritisieren. Dabei wirbt der Konzern gerade für seine angeblich so hervorragenden Arbeitsbedingungen. Die bittere Ironie in unserer Gegenanzeige.

mexiko
/
10.Feb 2020

Um­welt­schüt­zer in Gefahr: Der riskante Kampf für die Schmet­ter­lin­ge

Umweltschützer in Gefahr: Der riskante Kampf für die Schmetterlinge

Zwei Umweltschützer wurden in Mexiko tot aufgefunden. Alles deutet darauf hin, dass sie bei dem Versuch starben, den Lebensraum der Monarchfalter zu schützen. Lateinamerika ist für Umweltschützer die gefährlichste Region der Welt. Das Greenpeace Magazin sprach darüber mit der britischen Organisation „Global Witness“

Newsletter
/
14.Feb 2020

Irene und ich

Irene und ich

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal geht es ausnahmsweise um die Vergangenheit, die aber bis in die Gegenwart reicht.

Newsletter
/
07.Feb 2020

Die im Dunkeln sieht man nicht

Die im Dunkeln sieht man nicht

Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal braucht sie dafür eine Taschenlampe.

Mehr davon? Schauen Sie in unserem Nachrichten-Archiv vorbei.
Hier Klicken

Wilder Osten

Wer einsame Wildnis sucht, muss nicht
bis Kanada jetten. Unser Geheimtipp:
Urwald gibt es auch in Thüringen

Weiterlesen

Fashion
for Future

Im Warenhaus des Greenpeace Magazins verkaufen wir wieder Textilien – produziert nach strengem Detox-Standard von Greenpeace. Hier können Sie lesen, wie es dazu kam. Ein Produktkrimi

Weiterlesen

Noch schlimmer als gedacht

Wird die Erde unbewohnbar? Das Interview mit David Wallace-Wells aus dem Heft zur Klimakrise.

Weiterlesen

Toiletten für alle

Warum die globale Sanitärversorgung so entscheidend ist. Ein Report aus dem Greenpeace Magazin

Weiterlesen

À la Saison

Greenpeace Magazin - Saison: Charmanter Chicorée

Charmanter Chicorée

Er ist ein junges Gemüse und gedeiht ohne Sonne. Das ist kein Grund, Cichorium intypus varietas foliosum als Kellerkind zu behandeln. Wer aus dem Spross nur Salat macht, hat nix in der Rübe. Unser Gemüse der Saison im Porträt

Greenpeace Magazin - Saison: Populäre Pastinake

Populäre Pastinake

Manchen gilt sie als Wurzel aller Übelkeit, anderen als neuer Stern am Gastrohimmel. Den meisten aber ist sie schlicht egal. Das ist Lebensmittelverschwendung. Denn Pastinaca sativa kann so viel mehr als nur ein bisschen Babybrei
 

Greenpeace Magazin - Saison: Holde Haselnuss

Holde Haselnuss

Von der Steinzeit bis heute, von Aufstrich bis Auftritt – die Nuss der Nüsse hat es in sich. Sie ist nicht nur reif, sie ist filmreif. Es ist an der Zeit, Corylus avellana in Leinwandgröße zu bewundern
 

Greenpeace Magazin - Saison: Taktische Tomate

Taktische Tomate

Golden und giftig, teuer und treulos, süß und salzig – Solanum lycopersicum steckt voller vermeintlicher Gegensätze, die in Wahrheit wunderbar zusammenpassen

Geht doch!

Greenpeace Magazin - Geht doch: Wind willkommen!

Wind willkommen!

Flaute beim Windkraftausbau? Nicht in Dänemark. Dort – und anderswo – hat grüner Strom richtig Rückenwind

Greenpeace Magazin - Geht doch: Neu ist so Neunziger

Neu ist so Neunziger

Bislang hatten die Klimaproteste wenig Auswirkung auf den Konsum. Doch es gibt Anzeichen für ein Umdenken

Greenpeace Magazin - Geht doch: Wohnst Du noch oder recycelst Du schon?

Wohnst Du noch oder recycelst Du schon?

Ob Toilettenpapier oder Gartenstuhl – zu Hause gibt es immer mehr Recyceltes. Fehlt nur noch das Haus selbst
 

Greenpeace Magazin - Geht doch: Lass' das mal Mutter Natur machen

Lass' das mal Mutter Natur machen

Mensch, warum strebst du stets nach mehr? Um deinen Lebensraum zu erhalten, musst du lernen, die Füße hochzulegen