Nachrichten

„Von einem Räumungsstopp kann keine Rede sein“

„Von einem Räumungsstopp kann keine Rede sein“

Im Hambacher Forst ist am vergangenen Mittwoch ein 27-jähriger Journalist aus großer Höhe in die Tiefe gestürzt und verstorben. Die Räumung sei bis auf weiteres unterbrochen, teilte eine Polizeisprecherin am Freitagmorgen mit. Wir haben mit einem Aktivisten gesprochen, dessen Baumhaus in den letzten Tagen geräumt wurde. Er widerspricht der Darstellung der Polizei.

Weiterlesen
Montag, 24. September 2018

Daily Navigator: Die­sel­gip­fel streitet über Nach­rüs­tun­gen, Schweizer schmettern Fair-Food-Initiative ab und ein dickes Meilen-Konto

Kindern wird gerne nachgesagt, dass sie bockig sein können – Erwachsene bekommen das mitunter aber auch ganz gut hin. Im Kanzleramt treffen sich in diesen Tagen Politik und Autobauer zum Dieselgipfel. Die Ziele sind ambitioniert: bessere Luft und klimafreundlichere Autos. Die Meinungsverschiedenheiten groß. Ob das bis Mitte der Woche klappt mit einer Einigung? In der Schweiz ist die Entscheidung dagegen schon gefallen: Die Eidgenossen haben eine Initiative zur Förderung von nachhaltigeren Lebensmitteln mehrheitlich abgelehnt. Dazu fällt einem nur noch eins ein: Schade Marmelade!

Im Navigator und auf unserer eigenen Seite ist außerdem der Hambacher Forst Thema: Auch nach dem tragischen Tod eines Bloggers haben am Wochenende wieder Tausende in der Nähe des besetzten Waldes gegen dessen Rodung protestiert. Wir haben mit einem Aktivisten über die Ereignisse der vergangenen Woche gesprochen – der Baumschützer widerspricht in einem zentralen Punkt den Aussagen der Polizei zu den Geschehnissen am Unfalltag.

Wir hoffen nach diesem konfliktreichen Wochenstart auf einen Dienstag mit weniger Dissens. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

Schließen
emoji

Dieselgipfel im Kanzleramt: Beim Thema Nachrüstung scheiden sich die Geister

mehr

Politik und Autobranche verhandeln in Berlin über eine Lösung im Dieselstreit. Bis zum Mittwoch will die Bundesregierung eine Einigung über die beiden entscheidenden Probleme der Verkehrspolitik erreichen: bessere Luft in den Städten und mehr Klimaschutz bei Autos. Noch aber herrscht Uneinigkeit, wie die SZ schreibt. Verkehrsminister Scheuer (CSU) lehnt die Nachrüstung älterer Dieselautos strikt ab. Umweltministerin Schulze (SPD) sieht darin die einzige Chance, die Luft in 65 deutschen Problemstädten schnell zu verbessern. Auch Kanzlerin Merkel (CDU) befürwortete beim Krisengipfel eine Nachrüstlösung. Hinter den Kulissen ist nun von einem Deal die Rede: Kommen die Autobauer der Politik bei der Nachrüstung entgegen, könnte die Regierung bei den CO₂-Zielen gnädig sein. Hilft die Branche der Politik beim Diesel nicht, könnte die umgekehrt die Hilfe in Brüssel einstellen. Indes kündigt Porsche als erster deutscher Autobauer an, aus dem Diesel auszusteigen.

Bericht, 4 Minuten Lesezeit
emoji

Schweizer schmettern Fair-Food-Initiative ab

mehr

Sollen Lebensmittel in der Schweiz per Gesetz umwelt- und tierfreundlicher werden? Nein, hat jetzt die Mehrheit der Eidgenossen bei einer Volksabstimmung entschieden. Die Fair-Food-Initiative wollte den Staat verpflichten, qualitativ hochwertige Lebensmittel zu fördern, die „umwelt- und ressourcenschonend, tierfreundlich und unter guten Arbeitsbedingungen hergestellt werden“. In Umfragen hatte es zunächst nach einem klaren Vorsprung für die Befürworter ausgesehen. Am Sonntag lehnten dann jedoch etwa 60 Prozent der Wähler die Vorlage ab, wie Spiegel Online berichtet. Gegner der Initiative hatten ihre Ablehnung etwa damit begründet, dass beispielsweise italienische Hersteller von Mozzarella-Büffelkäse sich kaum an Schweizer Vorschriften bei der Tierhaltung halten würden. Käme die Initiative durch, würden weniger entsprechende Zutaten importiert oder die Zutaten aus anderen Quellen teurer.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
emoji

Tausende protestieren gegen Rodung des Hambacher Forsts

mehr

Am Sonntag haben einmal mehr Tausende Menschen für den Erhalt des besetzten Waldstücks demonstriert. Das Bündnis Buirer für Buir, das zu der Veranstaltung aufgerufen hatte, ging einem Bericht von klimareporter° zufolge von 7.000 bis 7.500 Teilnehmern aus. Auch Spitzenpolitiker der Grünen nahmen teil, darunter die Landesvorsitzende der NRW-Grünen. Im Vorfeld hatte eine ausgefallene S-Bahn für Unmut gesorgt: Demonstranten sprachen von einem gezielten Versuch, das Demonstrationsrecht zu untergraben. Im WDR äußerte sich am Abend NRW-Innenminister Reul (CDU) zu den Räumungen im Hambacher Forst: Nach dem Tod des Bloggers – wir haben berichtet – sei er noch mehr überzeugt davon, dass die Baumhäuser eine Gefahr darstellten und weg müssten. „Die Räumungen werden weiter gehen“, so Reul. „Das hat ja auch mit den Rodungen gar nichts zu tun.“

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
emoji

Urteil: Massentierhaltung rechtfertigt keine Straftaten

mehr

Ein Tierschützer aus Baden-Württemberg ist jetzt rechtskräftig wegen Hausfriedensbruchs verurteilt. Die taz berichtet über den Fall. Der Mann hatte in einem Putenstall die Missstände in der Massentierhaltung dokumentieren wollen. Vor Gericht machte der Aktivist geltend, sein Handeln sei als Nothilfe für die Puten rechtmäßig gewesen. Das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart wies diese Argumentation allerdings wie zuvor schon das Landgericht Heilbronn zurück und lehnte den Antrag auf Revision ab. Es sei „von der Mehrheit gesellschaftlich erwünscht, dass große Mengen an Fleisch günstig angeboten werden“, hatten die Heilbronner Richter in ihrer Urteilsbegründung geschrieben. Dies sei ein „vernünftiger Grund“, der laut Tierschutzgesetz erlaube, dass Tieren Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden. Einbrüche in Tierställe seien inzwischen ohnehin unnötig, schließlich gebe es schon genug Bildmaterial. Der Bundesverband der Geflügelwirtschaft begrüßte die „Signalwirkung“ der Entscheidung des OLG. Der Anwalt des Tübinger Tierschützers will nun vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
emoji

Foodwatch fordert „Limo-Steuer“

mehr

Mehr als 80 Liter Limonaden trinkt der Deutsche durchschnittlich pro Jahr. Dass die zuckerhaltigen Getränke ein Gesundheitsrisiko darstellen, ist nicht neu – in einigen Ländern gibt es deswegen bereits Steuern auf entsprechende Produkte. Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat sich jetzt zum zweiten Mal den Zuckergehalt von Limonaden in deutschen Supermärkten genauer angeschaut und kommt zu dem Ergebnis: In vielen Produkten von Lidl, Edeka und Rewe sind pro 250-Milliliter-Glas mehr als vier Stück Würfelzucker enthalten (zur Original-Studie hier). Negativer Spitzenreiter ist einem Bericht des Deutschlandfunks zufolge der Energy Drink „Monster Energy Assault“ von Coca-Cola. Die Verbraucherschützer fordern deshalb, die deutsche Politik müsse sich ein Beispiel an Großbritannien und Belgien nehmen und eine Strafsteuer für Zuckerwasser einführen. Der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft hält von solchen Plänen nichts. 

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Menschen am Montag: Erik Solheim, Umweltchef der UN mit dickem Meilen-Konto

Er habe Gold-Status bei den Vielfliegerprogrammen aller drei großen Airline-Verbünde, prahlte Erik Solheim im August gegenüber einem norwegischen Magazin. Und überhaupt: Niemand sollte ein schlechtes Gewissen haben, weil er fliege. Höchst fragwürdige Aussagen für den höchsten Umweltschützer der Vereinten Nationen. So sah das möglicherweise auch die UN selbst – jedenfalls überprüfte die Organisation sämtliche Reisen des Norwegers.

Ergebnis: An 529 von 668 untersuchten Tagen war Solheim unterwegs. Mehr als 488.500 Dollar fielen für seine Reisen an, wie der Guardian unter Berufung auf einen internen Berichtsentwurf schreibt. Den Prüfern zufolge scherte sich der Umweltchef nicht um Regeln – viele Ausgaben seien ungerechtfertigt. Und damit nicht genug: Mitarbeiter sollen seinen Führungsstil als „planlos und diktatorisch“ beschreiben. Ausgerechnet Solheims Umweltabteilung hat im Gegensatz zu anderen UN-Organisationen kein Belohnungssystem für CO2-sparendes Verhalten.

Daily Navigator abonnieren?

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 5.18 Artenvielfalt

Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 5.18 Artenvielfalt

Die Lage ist ernst: Die Insekten verschwinden aus unserer Umwelt und mit ihnen viele Vögel, Fische und Pflanzen. Warum auch wir die Artenvielfalt zum Überleben brauchen, zeigen wir in unserer neuen Ausgabe: Ein Jahr nach der Krefelder Studie über den drastischen Insektenschwund in Deutschland gehen wir der Frage nach, was wahrer Reichtum ist – und wie wir ihn erhalten können.

Artenvielfalt – 5.18

Wöchentlichen Newsletter bestellen?

Nachrichten

Artenvielfalt
/
21.Sep 2018

Wie Schüler in Kolumbien lernen, die Ar­ten­viel­falt zu schützen

Wie Schüler in Kolumbien lernen, die Artenvielfalt zu schützen

Im größten Kaffeeanbaugebiet Kolumbiens lernen Kinder, wie wichtig Insekten für die Pflanzenbestäubung sind – sodass sie vielleicht sogar ihre Eltern dazu bringen, weniger Pestizide zu spritzen. Unser Autor hat das pädagogische Artenvielfaltsprojekt besucht.

Verkehrswende
/
15.Sep 2018

Europa auf dem Sprung: eine Woche Zukunfts-Mobilität

Europa auf dem Sprung: eine Woche Zukunfts-Mobilität

Für sieben Tage legen sich Städte und Gemeinden in Europa ins Zeug, um zu zeigen, wie man Verkehr alternativ gestalten kann: Neben kreativen Aktionen für eine Umnutzung des öffentlichen Raums geht es dabei vor allem um Werbung fürs Radfahren, für Elektromobilität und digitale Verkehrsvernetzung.

Wackersdorf-Film
/
19.Sep 2018

„Wie eine grie­chi­sche Tragödie“

„Wie eine griechische Tragödie“

In der Oberpfalz spielten sich in den Achtzigerjahren bürgerkriegsähnliche Szenen ab: Die Proteste am Bauzaun der geplanten atomaren Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf veränderten die Bundesrepublik. Nun startet der Spielfilm „Wackersdorf“ in den Kinos, der die Geschichte des Widerstands aus Sicht eines Landrats erzählt. Im Interview mit dem Greenpeace Magazin spricht Regisseur Oliver Haffner darüber, warum es heute so schwer ist, Menschen zum Protest zu mobilisieren.

Interview mit Thomas Kuczynski
/
14.Sep 2018

„Marx beschrieb die zer­stö­re­ri­sche Kraft des Kapitals – für Mensch und Natur“

„Marx beschrieb die zerstörerische Kraft des Kapitals – für Mensch und Natur“

Ein Marx-Jahr geht zu Ende. Am 5. Mai dieses Jahres hätte Karl Marx seinen 200. Geburtstag gefeiert, am 14. September vor einem Jahr ist sein Hauptwerk „Das Kapital“ 150 Jahre alt geworden. Marx-Experte Thomas Kuczynski zieht ein Resümee des Hypes und erklärt, warum wir Marx‘ Ideen brauchen, um die ökologische Krise unseres Planeten zu bekämpfen.

Mehr davon? Schauen Sie in unserem Nachrichten-Archiv vorbei.
Weiterlesen

Ihr Fleisch und
sein Gemüse

Eine Köchin, die Biofleisch produziert. Ein Veganer, der Fertigprodukte verkauft. Zwei Leute, ein Ziel: die Menschen besser zu ernähren. Über den richtigen Weg streiten Sarah Wiener und Jan Bredack

Weiterlesen

Um­welt­zer­stö­rung
in der Kunst

Das Kunstfestival „Triennale der Photographie Hamburg“ greift die zentralen Fragen unserer Zeit auf: Wann ist die Belastungsgrenze für Natur und Gesellschaft erreicht? Was müssen wir ändern?

Weiterlesen

À la Saison

Greenpeace Magazin - Saison: Wundersame Weinbeere

Wundersame Weinbeere

Die Tafeltrauben hängen zu hoch? Egal. Trinken Sie Wein! So wie Jesus. Oder Baudelaire. Oder alle anderen. Wo wir da hinkommen? In die künstlichen Paradiese.

Greenpeace Magazin - Saison: À la Saison – Heldenhafte Heidelbeere

À la Saison – Heldenhafte Heidelbeere

Im Märchenwald nervt sie kleine Menschen und andere Zwerge. Im echten Leben aber hat sie Superkräfte, die sogar essbar sind. Auf, auf und davon!

Greenpeace Magazin - Saison: À la Saison – Ehrwürdige Erdbeere

À la Saison – Ehrwürdige Erdbeere

Von Asterix bis '68 probt diese Rote die Revolte – und hat ein saftiges Geheimnis. Welches? Merken Sie sich erstmal die Parole der Saison: Erdbeerfelder für immer!

Das Monster
im Meer

Wie U-Boote mit Nuklearwaffen den
Westen Schottlands prägen

Weiterlesen

Geht doch!

Greenpeace Magazin - Geht doch: An die große Glocke damit

An die große Glocke damit

Deutschland: Aldi Süd nimmt Ausbeuter-Erdbeere aus dem Regal

Greenpeace Magazin - Geht doch: Zurück für die Zukunft

Zurück für die Zukunft

Bayern: Gelungenes Comeback der Wildkatze

Greenpeace Magazin - Geht doch: Gutes statt Plastik

Gutes statt Plastik

Großbritannien: Queen Elisabeth geht mit gutem Beispiel voran