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Spielregeln für die Weltrettung

Spielregeln für die Weltrettung

Auf dem UN-Klimagipfel in Katowice hat die Weltgemeinschaft ein Regelwerk für das Pariser Klimaabkommen beschlossen – ein Sieg des Multilateralismus. Der Kampf gegen den Klimawandel orientiert sich nun am 1,5-Grad-Limit, doch das nötige klare Signal für den schnellen Ausstieg aus Kohle und Öl blieb aus.

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Dienstag, 18. Dezember 2018

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EU einigt sich auf schärfere CO2-Grenzwerte für Autos, Biomüll auf Rekordstand und Neues vom Laborfleisch

Liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr geht zu Ende, das merkt man nicht zuletzt an der Vielzahl von Statistiken, die in diesen Tagen veröffentlicht werden. Uns interessiert im Navigator heute vor allem eine: Die Deutschen haben 2017 so viel Biomüll produziert beziehungsweise gesammelt wie nie zuvor – die Wortwahl scheint entscheidend, je nachdem, ob man das Ganze eher pessimistisch oder optimistisch betrachtet. Die Tatsache, dass vor immer mehr Häusern hierzulande eine Biotonne steht, lässt uns aber zumindest im Vergleich mit den New Yorkern gut aussehen. Dort steckt das Trennen von kompostierbaren Abfällen nämlich noch in den Kinderschuhen. Oder konkreter: Der Biomüll steckt im Gefrierfach. 

Weil es kein anderes Sammelsystem gibt, lagern umweltbewusste „Big Apple“-Bewohner Apfelbutzen, Eierschalen und Kaffeesatz die Woche über im Eisfach – des Geruchs wegen. Am Samstag und Sonntag werden die eiskalten Abfälle dann auf den nächstgelegenen Wochenmarkt getragen; von dort aus wird der Biomüll abtransportiert. Man kann nun angesichts der vermuteten Energiekosten die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Oder das Ganze als Minischritt eines Müllentwicklungslandes in die richtige Richtung sehen. Wie gesagt: alles eine Frage der Einstellung.

Wir entlassen Sie mit diesem kleinen Psychotest in den Dienstag. Morgen mehr. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

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EU einigt sich auf schärfere CO2-Grenzwerte für Autos

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Nach zähen Verhandlungsrunden haben EU-Unterhändler einen Kompromiss bei Klimavorgaben für Neuwagen gefunden. Er ist weit härter als von der Autoindustrie gewünscht, wie die Frankfurter Rundschau/dpa berichtet. Demnach soll der Kohlendioxid-Ausstoß von Neuwagen bis 2030 um 37,5 Prozent im Vergleich zu 2021 sinken. Für leichte Nutzfahrzeuge wurde eine CO2-Reduktion um 31 Prozent vereinbart. Für beide Fahrzeugklassen soll bis 2025 eine Minderung um 15 Prozent als Zwischenetappe erreicht sein. Deutschland hatte ursprünglich eine Senkung um lediglich 30 Prozent verfolgt. Der jüngst zu Ende gegangene Klimagipfel gibt auch einer anderen klimapolitischen Idee neuen Auftrieb: So hat nun auch Grünen-Chefin Baerbock eine CO2-Steuer ins Spiel gebracht – zuletzt hatte Umweltministerin Schulze eine solche Bepreisung gefordert, war aber von Parteikollege und Finanzminister Scholz ausgebremst worden. Die Stadt Bonn setzt dagegen seit Kurzem auf ein Umweltticket, um die Luftqualität in der Stadt zu verbessern – mit Erfolg, schreibt der WDR: In der ersten Woche seien bereits mehr als 500 Tickets vergeben worden. 

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Deutsche Haushalte produzieren so viel Biomüll wie nie

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Beim Mülltrennen machen die Deutschen gerne mit – auf dem Vormarsch ist dabei die Biotonne. Im vergangenen Jahr wurden dem Statistischen Bundesamt zufolge 10,3 Millionen Tonnen Biomüll eingesammelt. Pro Person waren das im Schnitt 125 Kilogramm. Das sind die höchsten Werte seit Beginn der Erhebung im Jahr 2004. Erklärt wird der Rekord mit der zunehmenden Verbreitung der Biotonne. Weniger erfreulich: 2017 produzierten deutsche Haushalte insgesamt 38,3 Millionen Tonnen Müll – 0,2 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr. Die Meldung hat ZDF-heute.

Bericht, 1 Minute Lesezeit
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Umwelthilfe fordert Fahrverbote für vier weitere Städte

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Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will nun auch in Bielefeld, Hagen, Oberhausen und Wuppertal rasche Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung durch Dieselfahrzeuge erzwingen. Die Organisation reichte deshalb beim Oberverwaltungsgericht Münster entsprechende Klagen gegen das Land Nordrhein-Westfalen ein, wie n-tv berichtet. Ziel sei es, die Einhaltung der EU-Grenzwerte für Stickstoffdioxid in den Kommunen bereits 2019 durchzusetzen, erklärte der DUH. Dies sei voraussichtlich „nur durch kurzfristig wirksame Maßnahmen wie Fahrverbote für schmutzige Diesel-Fahrzeuge möglich“. In allen vier Städten werde der EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittel fortwährend erheblich überschritten. Der FDP-Verkehrspolitiker Oliver Luksic reagierte mit Kritik: Die Umwelthilfe zeige, dass sie wenig von Verhältnismäßigkeit und Repräsentativität halte – denn in allen vier Städten seien die Schadstoff-Werte insgesamt über die vergangenen Jahre gesunken.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Wildlachse kehren in den Rhein zurück

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In Brüssel trifft sich derzeit der EU-Ministerrat für Landwirtschaft, um die Fischfang-Quoten für 2019 zu beschließen. Einem Vorschlag der EU-Kommission zufolge könnte die Fangquote für 62 Bestände erhöht werden oder gleich bleiben, bei 22 Beständen soll sie abgesenkt werden. Und: Der unverkäufliche Beifang, der bislang ins Meer gekippt wurde, soll künftig auf die Quote angerechnet werden. Soweit die Planspiele – ZDF-heute berichtet. Einen bereits realen Tierschutz-Erfolg gibt es aus dem Rhein zu berichten: Bis Anfang 1900 durchschwammen noch Hunderttausende Wildlachse den Fluss. Doch Überfischung, viel Industrieansiedelung und nicht zuletzt ein schwerer Chemieunfall bei Basel rotteten die Wanderfische im Rhein aus. Jetzt kommen die Lachse langsam zurück. Die ganze Geschichte gibt es beim Deutschlandfunk.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Laborfleisch: Burger aus dem Bioreaktor

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Am 5. August 2013 waren die Objektive von Kamerateams aus aller Welt auf eine Petrischale in den Händen des niederländischen Forschers Mark Post gerichtet. Genauer: auf den ersten Invitro-Burger der Menschheitsgeschichte. Und wirklich, die Masse im Rohzustand sah aus wie richtiges Hack. Nur stammte das verarbeitete Fleisch nicht aus gehacktem Rind, sondern aus dem Bioreaktor – und zwar aus Stammzellen, die sich über Monate hinweg in einer Nährlösung aus Zucker, Fett, Mineralien und Aminosäuren vermehrt hatten. Fünf Jahre nach der Erstverkostung des Invitro-Burgers kommen Forscher aus Europa, den USA und Israel ihrem Ziel nun immer näher: Fleisch zu produzieren – oder etwas täuschend Ähnliches –, ohne dabei Tiere zu töten. Und das möglichst zu Preisen, die sich auch Normalverbraucher leisten können. Spiegel Online berichtet über den Stand der Dinge beim Retortenhack.

 

Bericht, 4 Minuten Lesezeit

Debatte am Dienstag: Schluss mit dem Silvester-Geballer – der Umwelt zuliebe

Einmal im Jahr müssen wir es krachen lassen, koste es, was es wolle. Zwischen 100 und 200 Millionen Euro geben wir jährlich für Raketen und Knaller aus, schätzt das Umweltbundesamt. Und blasen mit der explodierenden Pyrotechnik in einer einzigen Nacht 5.000 Tonnen Feinstaub in den Himmel. 

Das sind 17 Prozent der Menge, die der gesamte Straßenverkehr eines Jahres erzeugt. Das ist nicht nur Umweltirrsinn, das ist hirnverbrannt, findet Tagesspiegel-Autorin Juliane Schäuble. Zumal wir das ganze Jahr vom Dieselskandal geredet und uns über mögliche Fahrverbote in Innenstädten aufgeregt hatten. 

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14.Dez 2018

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Abschiedstour, Teil I // Unsere Leseempfehlungen zum Wochenende

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11.Dez 2018

Kein Kli­ma­vor­rei­ter in Sicht

Kein Klimavorreiter in Sicht

Die erste Woche der Klimakonferenz verlief schleppend, vor allem der einstige Vorreiter Deutschland enttäuschte die Staatengemeinschaft. Jetzt läuft in Katowice die entscheidende Phase. Und ausgerechnet zwei deutsche Wissenschaftler rechnen vor, wie die Klimaziele ökonomisch verträglich zu erreichen wären.

Klimawandel
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13.Dez 2018

Neun Milliarden Dollar Wald­brand­schä­den – und die USA mauern beim Kli­ma­schutz

Neun Milliarden Dollar Waldbrandschäden – und die USA mauern beim Klimaschutz

2018 war das Jahr der extremen Waldbrände. Erst Griechenland, kurz darauf Schweden und zuletzt Kalifornien – dort haben die tödlichen Feuer mindestens neun Milliarden Dollar Schäden verursacht, melden US-Versicherer. Müssen wir mit immer mehr Waldbränden solcher Ausmaße rechnen?

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