Guten Abend,

„I want you to panic“ – dieser Wunsch, geäußert von Greta Thunberg vor gut einem Jahr beim Weltwirtschaftsforum in Davos, geht nun in Erfüllung. Nicht wegen des Klimas, sondern wegen Sars-CoV-2, besser bekannt als Coronavirus, der zu einer potenziell tödlichen und äußerst ansteckenden Lungenerkrankung namens Covid-19 führen kann. Aber Panik wäre in diesem Fall kein guter Ratgeber. Besonnenheit schon eher.

Dass jetzt erst mal Schluss ist mit lustig, brauche ich Ihnen nicht zu erzählen. Wir alle werden die Veränderungen des öffentlichen Lebens und vermutlich auch die wirtschaftlichen Verwerfungen am eigenen Leibe spüren. Flüge, Kreuzfahrten, Festivals und Sportereignisse, Volksfeste und Kulturveranstaltungen fallen aus, Schulen und Universitäten schließen, Firmen schicken ihre Belegschaften heim. Wir kennen die Bilder schon von anderswo, auch von Orten, wo es normalerweise von Menschen wimmelt: der Markusplatz in Venedig – leer. Die Kirschblüte in Japan – praktisch ohne Publikum. Die Skigebiete – verlassen. Ein bisschen Erholung vom Übertourismus ist ja ganz schön, aber müssen es gleich Geisterstädte sein? 

Wenn aber Fabriken stillstehen, Flugbuchungen zurückgehen und die Leute zu Hause bleiben, wirkt sich das dann nicht wenigstens positiv auf das Klima und die Luftqualität aus, sodass die ganze vermaledeite Sache wenigstens etwas Gutes hätte? Tatsächlich war der Rückgang der Luftverschmutzung beispielsweise über China auf Satellitenbildern deutlich sichtbar, und die CO2-Emissionen, hat Lauri Myllyvirta von der Universität Helsinki ausgerechnet, sanken um 25 Prozent.

Das zeige, sagte May Boeve von der Klimaschutzorganisation 350.org, dass Regierungen handeln und Menschen ihr Verhalten ändern könnten, und zwar in kürzester Zeit. Es sei nur eine Frage des politischen Willens, von entsprechenden Gesetzen und Investitionen in die Infrastruktur. Erneuerbare Energien etwa seien zu vertretbaren Kosten verfügbar. Bauen, produzieren und Landwirtschaft betreiben könne man auch auf klimafreundliche Art und Weise. Nur scheint der Klimawandel noch so weit weg zu sein. Und gegen ein Virus kann man schlecht protestieren, gegen Klimaschutzmaßnahmen schon.

Möglich, dass auch das Virus längerfristige Änderungen bewirkt. Wenn Firmen merken, dass sich vieles auch per Videokonferenz und im Home Office erledigen lässt, könnte das schon Auswirkungen auf künftige Dienstreisen und Pendelverkehr haben. Wenn zudem die Einsicht wächst, dass es vielleicht billig, aber nicht sonderlich nachhaltig ist, die Rohstoffe für ein Produkt aus Land A zu beziehen, es in Land B fertigen, in Land C mit Etiketten bekleben und in Land D verpacken zu lassen, damit es letztlich in Land E gekauft wird, dann ändern sich mittelfristig hoffentlich auch viele Fertigungsprozesse. Und sicher wäre es auch ganz sinnvoll, wichtige Medikamente und andere Medizinprodukte im eigenen Land oder, im Fall der EU, im eigenen Wirtschaftsraum herzustellen.

Wenn sich eines Tages, von dem niemand derzeit weiß, wann der sein wird, der Rauch verzogen hat, wäre es gut, ein paar Lehren aus der Zeit des Stillstands zu ziehen, die jetzt kommt, anstatt einfach die Regler wieder hochzuziehen, die Hebel umzulegen und die Maschinen auf volle Leistung zu schalten. Und es wäre ratsam, sich während der kommenden Wochen oder auch Monate auf eine alte und vielleicht etwas in Vergessenheit geratene Verhaltensweise zu besinnen: Solidarität (die durchaus damit anfängt, nicht zehn Großpackungen Klopapier zu horten und alle verfügbaren Konserven aufzukaufen).  

Fridays for Future geht mit gutem Beispiel voran und verlegt die Klimaaktivitäten vorerst ins Internet. „Wir jungen Leute sind am wenigsten betroffen von diesem Virus, aber es ist wichtig, dass wir uns solidarisch mit den gefährdetsten Menschen verhalten und im besten Interesse für unsere Gesellschaft handeln“, twitterte Greta Thunberg am Mittwoch. Ganz besonnen und vernünftig.

Also halten Sie Abstand. Sagen Sie ab, was Sie absagen können, und verschieben Sie alles, was sich verschieben lässt. Wenn möglich, arbeiten Sie zu Hause. Und bleiben Sie gesund. Ich gehöre leider eher zur Risikogruppe und zähle auf Sie.

Vollbremsung

Kerstin Eitner
Redakteurin

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