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Von der Natur lernen - etwa von Schmetterlingsflügeln. Wir zeigen Beispiele aus dem aktuellen Heft

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Von der Natur lernen - etwa von Schmetterlingsflügeln. Wir zeigen Beispiele aus dem aktuellen Heft

Text: Alexandra Rigos
Illustrationen: Suthipa Kamyam


 

Nachmachen erlaubt: Die Bionik lässt sich davon inspirieren, was sich im Lauf der Evolution als optimal herausgemendelt hat. Die genialen Erfindungen der Natur werden in modernste Technik übersetzt. In unserer Ausgabe des Greenpeace Magazins 3.19 „Grüne Innovationen" stellen wir sieben Erfindungen vor, bei denen die Natur Vorbild war. Eine Auswahl können Sie an dieser Stelle lesen.

 

Katalysator
Falterflügel gegen Abgase

Katalysatoren brauchen seltene Metalle wie Platin oder Iridium, um schädliche Abgase in ungiftige Stoffe zu verwandeln. Da die winzigen Partikel in der Beschichtung des Katalysators nach dem Zufallsprinzip verteilt sind, kommen nicht alle mit dem Abgas in Kontakt – ein Teil der teuren Edelmetalle wird verschwendet. Um das zu verhindern, ließen sich Wissenschaftler der Harvard-Universität von Schmetterlingsflügeln inspirieren. Deren Schuppen sind von feinsten Strukturen überzogen, die verhindern, dass die Flügel von Wasser benetzt und damit zu schwer zum Fliegen werden. Eine ähnliche wabenartig strukturierte Schicht macht die Oberfläche des Katalysators besser zugänglich für die Abgase, sodass die kostbaren Metallpartikel gut ausgenutzt werden.

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Haftfolie
Klebrige Haare

Klebeband ist out, Gecko ist in. Schließlich können die Reptilien glatte, senkrechte Wände heraufklettern, ohne dass die Haftkraft ihrer Füßchen nachlässt. Ein gewöhnliches Tape hingegen lässt sich kaum ein zweites Mal verwenden. So liegt es nahe, die mit unzähligen winzigen Härchen besetzten Geckozehen als Vorbild für wiederverwendbare Haftfolien zu nehmen. Ihre Klebewirkung beruht im Wesentlichen auf den sogenannten Van-der-Waals-Kräften, die zwischen Molekülen wirken. Zwar ist diese Anziehungskraft sehr schwach, doch durch die große Menge der Härchen an den sichtbaren Lamellen reicht sie aus, um den Gecko an der Zimmerdecke zu halten. Verschiedene Gecko-Tapes und -Folien sind bereits auf dem Markt.

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Jalousie
Schatten wie im Paradies

Glasfassaden sind zwar schick, doch die Menschen, die dahinter leben und arbeiten, kommen bei Sonnenschein schnell ins Schwitzen. Herkömmliche Außenjalousien sind wegen ihrer vielen Scharniere störungsanfällig, und Klimaanlagen fressen viel Strom. Abhilfe schaffen kann ein innovatives Beschattungssystem, dessen Mechanismus von der Strelitzie übernommen wurde. Die auch Paradiesvogelblume genannte Pflanze wird in ihrer Heimat Südafrika von Webervögeln bestäubt: Lassen die Besucher sich auf den markanten, schiffchenförmigen Blütenblättern nieder, klappen diese durch das Gewicht zur Seite und geben den Nektar am Blütengrund frei. Nach demselben Prinzip klappen auch die Lamellen der bionischen Fassadenbeschattung ein, wenn auf ihre Halterung Druck ausgeübt wird. Das ganze System besteht nur aus biegsamen Lamellen, die an ebenfalls flexiblen Stäben befestigt sind, und kommt daher ohne unpraktische Scharniere aus.

 

Drei Erfindungen, welchen die Natur als Vorbild diente, haben Sie nun schon kennengelernt. Weitere Beispiele für solche Copycats können Sie in unserer aktuellen Ausgabe des Greenpeace Magazins 3.19 „Grüne Innovationen" finden.

 

 

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