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Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

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Im wöchentlichen Newsletter wirft unsere Autorin Kerstin Eitner einen persönlichen Blick auf aktuelle Umweltthemen, Ereignisse und Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft oder Wissenschaft. Diesmal nimmt sie Verpackungen und Versprechungen in Augenschein.

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Montag, 27. Januar 2020

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Tesla-Proteste wegen rechter Un­ter­wan­de­rung gestoppt, MAN fordert höhere CO2-Preise und Back­stra­ßen-Brot

Liebe Leserinnen und Leser,

Krisen-PR ist in gewisser Weise die Königsdisziplin der Öffentlichkeitsarbeit – gerade für Unterneh­men, für die ihr guter Markenname bares Geld bedeutet. Siemens-Chef Joe Kaeser hat jetzt gezeigt, dass er weder besonders gut darin ist, seine Botschaften unmissverständlich rüberzubringen. Noch darin, Misskommunikation elegant aus der Welt zu schaffen. So hatte Kaeser vor nicht allzu langer Zeit der Klimaaktivistin Luisa Neubauer einen Aufsichtsratsposten bei Siemens angeboten – vorange­gangen waren „Fridays for Future“-Proteste gegen Siemens wegen der Beteiligung des deutschen Konzerns am Bau einer Kohlemine in Australien. Nun sagte Kaeser jedoch, die Medien hätten die Job-Offerte – die im Übrigen kein PR-Gag gewesen sei – falsch wiedergegeben: Er habe Neubauer lediglich „einen Sitz in einem Aufsichtsgremium für Umweltfragen“ angeboten. Alles andere „wäre der Unabhängigkeit nicht gerecht geworden“, zitiert AFP den Topmanager. 

Vor dem Hintergrund, dass Neubauer den wie auch immer gearteten Posten ablehnte, klingt das ein bisschen wie beleidigte Haarspalterei. Aber tatsächlich ist Kaeser ein Freund des unmissverständli­chen Wortes – besonders, wenn es vertraglich festgelegt ist. Am Projekt in Down Under will Siemens bekanntermaßen festhalten. Verpflichtungen und so.

Auch wir führen unser Engagement natürlich fort und melden uns morgen wieder mit aktuellen Umweltnews. Bis dahin!

Das Team vom Navigator

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Tesla-Gegner stellen Proteste wegen rechter Unterwanderung ein

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Vorerst wird es keine weiteren Demonstrationen gegen das geplante Tesla-Werk in Grünheide ge­ben. Damit soll Vertretern mit rechter Gesinnung keine Plattform geboten werden, sagte Stef­fen Schorcht von der Bürgerinitative gegen das Projekt. „Es besteht der Vorwurf, dass wir der AfD nahe­stehen“, sagte er. Schorcht bestätigte, dass sich unter die Teilnehmer von Veranstaltungen of­fen­bar Angehörige der rechten Szene gemischt hätten. Entsprechende Vermutungen seien durch Videoauf­nah­men bestätigt worden. Derzeit konzentriere sich die Bürgerinitiative auf das Verfahren zur Umwelt­ver­träg­lich­keit. „Da haben wir genug zu tun.“ Unterdessen hat sich Tesla-Chef Elon Musk auf Twitter der Kritik an dem Milliardenprojekt gestellt. Unter anderem äußerte er sich zur angekündig­ten Rodung am künftigen Firmenstandort. Auf dem 300 Hektar großen Gelände gebe es keinen na­tür­lichen Wald – nur ein kleiner Teil werde für die Fabrik verwendet, so Musk. Die Meldung hat die WELT.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Weltgrößter Schiffsdiesel-Hersteller MAN fordert höhere CO2-Preise

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Der für Deutschland geltende CO2-Preis, der von 25 Euro im Jahr 2021 auf 55 Euro in 2025 steigen soll, reiche nicht aus, sagte Uwe Lauber, Chef von MAN Energy Solutions, der Augs­bur­ger Allgemei­nen. „Das ist viel zu wenig, um synthetische gegenüber herkömmlichen Kraftstoffen attraktiv und Klimaschutz zu einem Business Case zu machen.“ Er forderte einen Preis von 110 Euro. „Dann würde es sich auch für uns rechnen, größere Speicheranlagen zu bauen.“ Lauber forderte zudem, dass über­schüssiger Ökostrom als Rohstoff für die Umwandlung in syntheti­sches Gas von Abgaben befreit wer­den müsse: Eine Kilowattstunde koste vier bis fünf Cent, doch die Politik schlage mit dem Erneuer­ba­re-Energien-Gesetz knapp sieben Cent drauf. „Dadurch wird unsere innovative Technologie der Spei­che­rung regenerativer Energie bestraft“, kritisierte Lauber. „Letztlich bremst das die Energiewende.“

Bericht, 2 Minuten Lesezeit
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Umstrittenes AKW Mochocve lässt Bundesregierung kalt

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Die Bundesregierung weiß, dass beim Bau des slowakischen Atomkraftwerks Mochovce Teile eines Not­kühl­systems angebohrt und zerstört wurden. Trotzdem sieht sie keinen Grund, weitere Informa­tionen anzufordern. Die Bundesregierung unterschätze das Risikopotenzial der Inbetriebnahme – sie müsse jetzt endlich ihr Engagement auf das österreichische Niveau erhöhen, fordert deshalb die grü­ne Atompolitikerin Sylvia Kotting-Uhl. Österreichs Regie­rung setzt sich schon länger für einen Atom­aus­stieg in Europa ein. Neben bereits bekannter Mängel sind inzwischen weitere Schwachstellen öf­fentlich gewor­den. Demnach sollen Besprechungsproto­kolle belegen, dass eigentlich 454 Kilometer Signalkabel auf der Mochovce-Baustelle ausgetauscht werden müssten. Wegen der falsch verlegten Kabel soll es beim Reaktor-Heißtest im vergangenen Jahr zu Störsignalen gekommen sein – weil Schutzsysteme ausfie­len, ließen sich sicherheitsrelevante Anlagen nicht starten. Hintergründe bei Klimareporter°.

Bericht, 3 Minuten Lesezeit
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Grüne Woche so politisch wie nie

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Die Messe sei „ein Spie­gelbild der aktuell geführten gesell­schaftlichen Auseinandersetzung um Nach­hal­tigkeit, Umwelt- und Klimaschutz“ gewesen, zitiert rbb24 Messechef Christian Göke zum Ab­schluss der Grünen Woche. Eine Rekordlautstärke erreichte direkt das Eröffnungswochenende. Erst zogen bun­des­weit Trecker-Demos durch die Straßen – organisiert von der Bauerninitiative „Land schafft Ver­bin­dung“, die etwa gegen neue Dünge- und Umweltauflagen protestierte und Mitspracherecht for­derte. Mit Slogans wie „Ich wollt, ich wär' kein Huhn“ protestierten andere Bauern, Umweltschützer und weitere Tausende Teilnehmer für eine umweltschonendere Landwirtschaft. CDU-Agrarministerin Julia Klöckner sprach von „gewissen Parallelwelten“ zwischen Bauern und Ernährungsbranche auf der einen und Kunden und Kritikern auf der anderen Seite.

Bericht, 1 Minute Lesezeit
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Der Mythos Brot bröckelt

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Deutsches Brot ist Weltkulturerbe. Ob die Auszeichnung noch gerechtfertigt ist? Immerhin kommen die meisten Brote heute aus der Fabrik. Die Firma Aryzta aus Thüringen beispielsweise produziert Backwaren auf riesigen Backstraßen – vor allem für Supermärkte und Discounter. 180 Tonnen Mehl werden hier täglich verarbeitet, das macht zwei Millionen Bröt­chen in 24 Stunden. Eigentlich ist Brotteig sehr empfindlich. Und viel zu klebrig für Produktionsbän­der. Deshalb werden in der industriellen Pro­duktion viele Zusatzstoffe genutzt. Zwar sei gesetzlich festgelegt, dass Zusatzstoffe für die Durch­schnitts­bevölkerung nicht gefährlich sein dürften, erklärt Ernährungsmediziner Sven-David Müller. „Für den Einzelnen können sie aber durchaus eine gewisse Gefahr darstellen. Das kann zu Allergien, Unverträglichkeiten, pseudoallergischen Reaktio­nen und auch Schädigungen des Darms führen.“ ZDF-heute mit einer Bestandsaufnahme zum deut­schen Brot.

Bericht, 2 Minuten Lesezeit

Menschen am Montag: Jürgen von der Lippe hat ein Problem mit #MeToo und Thunberg

Mit 71 bekommt Jürgen von der Lippe noch mal eine neue Show im WDR. Ob es die wirklich braucht, darf angesichts jüngster Aussagen des Comedians allerdings bezweifelt werden.

In einem Interview kritisierte von der Lippe quasi im selben Atemzug die weltweite #MeToo-Bewegung und Klimaaktivistin Greta Thunberg. Jung sein wolle er in dieser verkrampften Atmosphäre jedenfalls nicht mehr. Der Tagesspiegel fasst die Reaktionen zusammen.

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Neueste Ausgabe: Greenpeace Magazin 1.20 2030

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Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen ist der Plan für eine bessere Welt. Aber wie stehen die Chancen, dass wir ihn tatsächlich einhalten? Und was muss dafür dringend geschehen? Antworten auf diese und viele weitere Fragen rund um die Themen Natur und Umweltschutz gibt die neue Ausgabe des Greenpeace Magazins

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