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Die Frankfurter Buchmesse öffnet ihre Tore Corona-bedingt auch digital. Das große Thema ist der Klimawandel
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Der Herbstanfang ist immer ein Synonym für den Rückzug in die eigenen vier Wände. Doch in diesem Jahr wird der Rückzug stärker denn je sein, denn der Beginn der nassen Jahreszeit fällt zusammen mit der zweiten Welle der Corona-Pandemie. Optimistisch gesehen heißt das: mehr Zeit zum Lesen. Passend dazu öffnet an diesem Mittwoch die Frankfurter Buchmesse ihre Türen. Während sie normalerweise ein Ort der Massen ist – letztes Jahr schoben sich rund 300.000 Besucher durch die Messehallen –, so verlagern die Veranstaltenden in diesem Jahr einen großen Teil in den digitalen Raum: Viele Lesungen und Podiumsdiskussionen werden in teils interaktiven Livestreams übertragen – frei und kostenlos.

Auf dem Stream Bookfest digital werden den ganzen Samstag über Performances, Diskussionen, Musikshows und Kochevents übertragen. Das Programm der ARD-Buchmessenbühne wird ebenfalls gesendet und startet bereits am Mittwoch. Beim Weltempfang werden unter dem Motto „Europa – Kulturen verbinden“ in zwölf Veranstaltungen gesellschaftspolitische Themen diskutiert und auf dem berühmten Blauen Sofa nehmen im Laufe der Messe insgesamt 73 Autorinnen und Autoren Platz, um über ihre neuesten Werke zu sprechen, darunter Amartya Sen, der diesjährige Preisträger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels.

Wie sehr auch dieses Jahr der Klimawandel den Literaturbetrieb beschäftigt, zeigt ein Blick auf die Neuerscheinungen: „Das Thema dominiert nicht nur die Sachbuchbestenlisten, es findet Niederschlag in allen Genres und Sachgebieten – ob Wirtschaftsbuch, Architekturführer oder Kinder- und Jugendbuch“, so Kathrin Grün, Kommunikationschefin der Frankfurter Buchmesse. Wir haben Ihnen die spannendsten Veranstaltungen und Neuerscheinungen zusammengestellt, die sich mit dem Klimawandel, Umweltpolitik und Protestkultur auseinandersetzen:

Es wird Zeit!

Arte mahnt zur Eile: „Es wird Zeit!“ heißt der Programmschwerpunkt des deutsch-französischen Fernsehsenders im Herbst, und so hat er auch vier Panels überschrieben, die der Sender auf der ARD-Buchmessenbühne abhält. Diskutiert werden sollen die drängenden Fragen unserer Zeit, unterstützt mit Video- und Audio-Installationen. So erörtert das erste Panel am Mittwoch unter der Moderation von Aline Abboud den Konflikt von Ökologie und Ökonomie aus philosophischer Sicht. Teilnehmer sind die Regisseurin Mirjam Leuze, der Publizist, Drehbuchautor und Regisseur Dirk Pohlmann und die Philosophin und Publizistin Eva von Redecker.

Das zweite Panel am Donnerstag dreht sich um die Protestkultur der sogenannten Generation Greta. Dazu sind geladen: die Journalistin und Youtuberin Esra Karakaya, der Arte-Koordinator des ZDF und Geschäftsführer von Arte Deutschland Wolfgang Bergmann, der Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann und die Jugendredakteurin Madita Hampe.

1. Panel: 14. Oktober, 15:30 Uhr

2. Panel: 15. Oktober, 15:30 Uhr

Die Klimaschmutzlobby - Wie Politiker und Wirtschaftslenker die Zukunft unseres Planeten verkaufen

Warum einigt sich die internationale Staatengemeinschaft nach endlosen Debatten auf das Pariser Klimaabkommen – nur, um es dann nicht einzuhalten? Ein Teil der Antwort ist sicherlich in der Trägheit von politischen Systemen zu finden, der andere Teil lautet aber: Weil es Menschen und Institutionen gibt, die Klimaschutzmaßnahmen verhindern wollen. Lobbyisten der Fossilindustrie und Klimawandelskeptiker setzen alles daran, neue Gesetze zu torpedieren, fossile Energien zu fördern und Staaten zum Austritt aus dem Pariser Abkommen zu bewegen. Wie, das diskutieren die Autorinnen Susanne Götze und Annika Joeres mit Sebastian Puschner, dem stellvertretenden Chefredakteur der Wochenzeitung „der Freitag“.

Diskussion im Bookfest digital: 17. Oktober, 12:00 Uhr

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Ihr habt keinen Plan, darum machen wir einen!

Dass die junge Generation das Vertrauen in die Politik verloren hat, dürfte spätestens seit den großen Klimaprotesten von Fridays for Future offenkundig sein. Aber sie begnügt sich nicht mit einem einfachen Dagegensein, sondern entwickelt selbst Pläne für eine zukunftsfähige Politik. Das zumindest ist der Anspruch von den acht jungen Autorinnen und Autoren des Buches „Ihr habt keinen Plan, darum machen wir einen!“. Die 14- bis 25-jährigen Mitglieder des Jugendrates Generationen Stiftung stellen zehn Forderungen – von der Einhaltung des Pariser Klimavertrags bis zur Umstrukturierung des Bildungssystems. Die jungen Aktivistinnen und Aktivisten wollen mit ihrem Buch nicht die Dystopie heraufbeschwören, sondern ein Gegenmittel dazu sein. Und sie wollen eine Debatte mit der Politik anregen, die sich in ihren Augen viel zu stark von der Wirtschaft leiten lässt.

„Es ist beschämend für uns Erwachsene, dass dieses Buch geschrieben werden musste“, schreibt der Fernsehmoderator und Astrophysiker Harald Lesch in seinem Vorwort. „Mit dem Weiter so wie bisher muss jetzt Schluss sein! Und genau diesen Aufruf, samt Plänen zur Umsetzung für eine gerechte und ökologisch handelnde Gesellschaft, finden Sie in diesem Buch.“

Ihr habt keinen Plan, darum machen wir einen! 10 Bedingungen für die Rettung unserer Zukunft“, Der Jugendrat der Generationen Stiftung, Claudia Langer (Hrsg.), Karl Blessing Verlag, 272 Seiten, 12 Euro

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Di., 13.10.2020 - 10:52
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Young Rebels

„Warum haben gerade Jugendliche den Mut zur Veränderung?“, fragten sich Christine Knödler und ihr Sohn Benjamin. Beide arbeiten journalistisch und sie entschieden, dieser Frage in einem Buch nachzugehen. In „Young Rebels“ stellen sie 25 junge Menschen aus der ganzen Welt vor, die sich für ihre Ideale einsetzen. Sie mobilisieren für die Umwelt, Minderheiten, mehr Gleichberechtigung und gegen Korruption, Diskriminierung oder repressive Gesetze. In der Porträt-Sammlung finden sich viele bekannte Namen wie die Amerikanerin Emma Gonzáles, die gegen die US-Waffenlobby kämpft; die pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai, die für ihr Engagement 2014 mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde; oder die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Wir lernen aber auch etwa Netiwit Chotiphatphaisal kennen, der in Thailand eine Zeitung gründete, die kenianische Friedensaktivistin Umazi Musimbi Mvurya oder den Niederländer Boyan Slat, der die Weltmeere von Plastik befreien will. „Jugendliche auf der ganzen Welt zeigen soziales Engagement und bewirken wegweisende Veränderungen. Ihre Entschlossenheit inspiriert uns alle“, schreiben die Knödlers.

Young Rebels: 25 Jugendliche, die die Welt verändern“, Christine und Benjamin Knödler, Carl Hanser Verlag, 160 Seiten, 18 Euro

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Di., 13.10.2020 - 10:53
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Das Experiment sind wir

Alles beschleunigt sich immer schneller, nur: Wir begreifen es nicht. Als studierter Kognitionspsychologe weiß Christian Stöcker, wie schwer es uns Menschen fällt, exponentielles Wachstum zu verstehen, obwohl wir überall davon umgeben sind. Zu Beginn seines Buches „Das Experiment sind wir“ stellt er deswegen folgende Frage: Wenn eine Person dreißig Schritte geht, wobei jeder Schritt doppelt so lang wie der vorherige ist, wie weit kommt sie dann? Die Antwort: Sie umrundet den Erdball fast dreißig Mal. Das ist exponentielles Wachstum.

Ein solches beobachtet der Wissenschaftsjournalist in der Weltbevölkerung, beim Klimawandel und in der technologischen Entwicklung. „Diese drei Entwicklungen“, schreibt er, „werden das 21. Jahrhundert entscheidend prägen.“ Darüber hinaus wichtig seien die exponentielle Entwicklung des maschinellen Lernens, die von Biotechnologie und Bioinformatik, der Ausrottung von Tier- und Pflanzenarten und des Wirtschaftswachstums. „Gemeinsam werden diese sieben Veränderungsmächte dafür sorgen, dass das Leben auf der Erde schon in wenigen Jahrzehnten ein völlig anderes sein wird. Es ist an uns zu gestalten, wie es dann aussehen wird“, schreibt Stöcker.

Das Experiment sind wir. Unsere Welt verändert sich so atemberaubend schnell, dass wir von Krise zu Krise taumeln. Wir müssen lernen, diese enorme Beschleunigung zu lenken.“, Christian Stöcker, Karl Blessing Verlag, 384 Seiten, 22 Euro

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Di., 13.10.2020 - 10:54
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Zieht euch warm an, es wird heiß!“

Für viele wird er wohl eine Person des Vertrauens und der Beständigkeit sein, denn er sagt bereits seit 1999 das Wetter im Ersten an: Sven Plöger. Dieses Jahr veröffentlichte er das Buch „Zieht euch warm an, es wird heiß!“, das es umgehend auf Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste schaffte. Der Klimawandel ist ein schier unerschöpfliches Thema, das naturwissenschaftliche, geisteswissenschaftliche und gesellschaftspolitische Aspekte umfasst“, schreibt er zu Beginn. „Mit diesem Buch versuche ich, verschiedene Ebenen zu verbinden, um Ihnen als Leser einen ‚gesunden Überblick‘ zu ermöglichen.“ Er findet, aus dem Umgang mit der Pandemie können wir für die Bewältigung der globalen Erwärmung lernen – die aufgrund ihrer langen Zeiträume schwerer zu begreifen sei. „Wenn man so will, fühlt sich der Klimawandel ein bisschen an wie das Blätterrauschen, das die ersten Windböen vor einem kräftigen Gewitter erzeugen“, schreibt Plöger. „Die Wolken sind düster, die Stimmung ist sorgenvoll und man hofft, dass das Schlimmste vorbeizieht.“

Der Meteorologe verharrt aber nicht bei der reinen Beobachtung, er zeigt auch auf, wie das Wirtschaftssystem umgebaut werden muss, damit nicht das schlimmste Szenario der Klimaprognosen eintritt. „Damit der Wohlstand bleibt, muss der Green Deal kommen“, fordert er.

Zieht euch warm an, es wird heiß! Den Klimawandel verstehen und aus der Krise für die Welt von morgen lernen“, Sven Plöger, Westend, 240 Seiten, 19,95 Euro

Im Gespräch auf der ARD-Bühne: 16. Oktober, 12 Uhr

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Di., 13.10.2020 - 10:57
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