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Sechs Tipps, wie Sie den „Lockdown light“ mit Naturentdeckungen und Draußen-Aktivitäten überstehen
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Julia Lauter
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Es ist wieder so weit: Die Infektionszahlen sind so weit gestiegen, dass wir uns im Alltag einschränken müssen. Was bleibt, wenn Cafés, Restaurants, Kinos und Theater geschlossen bleiben? Eine ganze Menge.

Ob der eigene Garten, Parks oder der nächste Wald – der Aufenthalt in der Natur ist in diesen Zeiten besonders wichtig, wie PsychologInnen attestieren. „In der Corona-Krise ist die Natur mehr als ein Sehnsuchtsort. Sie bietet Raum. Man kann sich dort bewegen, ohne ständig darauf achten zu müssen, dass man anderthalb Meter Abstand hält“, erklärte etwa die Psychologin Antje Flade in der Wochenzeitung Die Zeit. Die Natur biete genau das mittlere Reizniveau, das unser Gehirn als angenehm empfinde – man sei weg von der Reizüberflutung der Innenstädte, mit leuchtenden Lichtern und Straßenlärm. Und werde trotzdem angeregt durch schaukelnde Äste, Vogelrufe, Laubrascheln. Das entspannt.

Und Entspannung haben wir alle bitter nötig: Eine Umfrage unter 1300 PsychologInnen zeigte Anfang November, dass die Nachfrage nach psychologischer Beratung oder Therapie seit dem Sommer stark zunimmt. Die mentale Gesundheit ist in Krisenzeiten gefährdet. Ein Ausflug ins Grüne ist da psychische Prävention – eine andere Vorbeugemaßnahme legt eine Studie der Universität Innsbruck und der Charité Berlin nahe, sie ging der Frage nach, was Menschen hilft, psychisch stabil durch die Pandemie zu kommen. Die Antwort von rund 1500 Befragten: Wer in seinem Leben einen starken Sinn sieht, fühlt sich weniger belastet.
Unsere folgenden sechs Tipps bieten all das: Sinnvolle Aktivitäten, die dem Naturschutz dienen, Sie ins Freie führen oder für die Umwelt begeistern. Denn auch wenn viele Organisationen ihre Angebote absagen mussten – es gibt da draußen viel zu entdecken und zu tun.

1) Winternatur entdecken: Machen Sie sich mit den Garten- und Parkbewohnern vertraut
Im neblig-kalten November muss man sich zum Rausgehen manchmal motivieren. Dabei hilft, dass der graue Herbst im Grunde ziemlich trubelig sein kann: Kraniche ziehen gen Süden, gleichzeitig kommen Überwinterungsgäste aus nördlichen und östlichen Gebieten, zum Beispiel Saatkrähen, Ringelgänse, Bergfinken und Wintergoldhähnchen. Auch im Wald, in Parks und auf Äckern herrscht ein Kommen und Gehen. Mithilfe des Online-Vogelführers des Nabu lässt sich das Treiben genau bestimmen – und plötzlich wirkt der November alles andere als trist. Wer sich beim winterlichen Vogelbeobachten dann noch in eine bestimmte Art verliebt, kann gleich seine Wahl für den Vogel des Jahres 2021 abgeben.

Und auch am Boden gibt es viel zu sehen: Zwar begeben sich Fledermäuse, Siebenschläfer und Igel in den Winterschlaf. Rehe, Füchse und Marder sind hingegen weiterhin fleißig unterwegs. Mit etwas Übung kann man die Hufspuren von Rehen und Wildscheinen unterscheiden, weiß, ob eine Nuss von Mäusen oder von einem Eichhörnchen angenagt wurde und weiß, wie der Fuchs sein Revier markiert.  Außer einem neugierigen Blick ist ein Bestimmungsbuch hilfreich, der Nabu empfiehlt einige auf seiner Seite.

Wenn Sie dabei zur Forschung beitragen wollen, ist das Naturschutzprojekt „Spurensuche Gartenschläfer“ vielleicht etwas für Sie: Es gilt, den Gartenschläfer aufzuspüren. Der kleine Verwandte des Siebenschläfers (so sieht er aus) steht seit Oktober 2020 auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten – das Projekt, an dem unter anderem Universitäten und das Bundesamt für Naturschutz beteiligt sind, versucht gemeinsam mit BürgerInnen, den Bestand zu ermitteln und die Ursachen für seine Bedrohung auszumachen. Denn auch, wenn die Tierchen derzeit auf dem Weg in den Winterschlaf sind – zu ihrem dauerhaften Schutz kann man auch jetzt beitragen, zum Beispiel in dem man die nächste Anpflanzung „gartenschläfer-freundlich“ plant. Wer Lust hat, mehr über die „Maus mit der Zorro-Maske“ zu lernen und ihr zu helfen, kann sich hier bei den AnsprechpartnerInnen melden.

2) Alles im Fluss: Lernen Sie die Gewässer in ihrer Umgebung kennen
Am Geographischen Institut der Universität Zürich wollen ForscherInnen wissen, wo Wasser hierzulande fließt, wo es sich staut und wo versickert. Denn obwohl die großen Flüsse und Seen stetig überwacht werden, gibt es viele kleine Gewässer, die in Karten gar nicht auftauchen. Vielleicht ist das kleine Rinnsal, das Sie auf ihren Spaziergängen immer wieder passieren, einer dieser dunklen Flecken auf dem Radar der HydrologInnen?

Ziel des Projektes „CrowdWater“ ist es, einfache Methoden für die Datenerhebung zu entwickeln und die Überwachung von Wasserressourcen zu vereinfachen. Wenn das gelingt, ist das nicht nur für Deutschland und Europa, sondern auch für Regionen anwendbar, in denen Wasser heute schon ein knappes Gut ist.

Mit der „CrowdWater“-Smartphone-App können Teilnehmer ihnen bekannte Wasserstellen fotografieren, bestimmen und vermessen – das kann der kleine Bach auf dem Weg zur Arbeit sein oder das Wiesenstück, dass nur an manchen Wochen im Jahr unter Wasser steht. Zusätzlichen Ansporn gibt ein Wettbewerb, bei dem die TeilnehmerInnen Flussbilder auswerten müssen – wer den Wasserstand am besten bemisst, wird „Crowdwater“-Champion.

3) Radklima-Wandel: Analysieren Sie den Radverkehr in Ihrer Stadt
Radfahren boomt: Allein in Berlin waren in diesem Juni 26 Prozent mehr Radfahrer unterwegs als im Juni im Vorjahr. 3,2 Millionen Fahrräder und E-Bikes wurden im ersten Halbjahr 2020 in Deutschland verkauft, so der Zweirad-Industrie-Verband, 9,2 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2019. Viele Menschen steigen aufs Rad, weil  sie sich mit ausreichend Abstand durch die Städte bewegen wollen. Der Radtrend übersteht vielleicht sogar den Winter – was fehlt, ist eine gute Infrastruktur, kritisiert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC).
Um mehr Druck auf Politik und Verwaltung ausüben zu können, ist der ADFC auf Mithilfe angewiesen. Noch bis zum 30. November können Radfahrende in Deutschland über das „Radklima“ in ihren Städten und Gemeinden abstimmen. Die zentrale Frage dabei lautet: Macht Radfahren in Ihrer Stadt Spaß oder ist es Stress?

Also schwingen Sie sich aufs Rad, fahren Sie ihre tägliche Strecke oder ihre Lieblingsroute und nehmen Sie sich anschließend 15 Minuten Zeit, um die Fragen der VerkehrsexpertInnen zu beantworten. Die Ergebnisse werden vom ADFC im Frühling 2021 veröffentlicht, bis dahin gibt es das Städteranking des letzten Tests von 2018 hier zu sehen.

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4) Bäume retten: Treiben Sie Naturschutz im Wald und im Netz voran
Im Dannenröder Wald wird geräumt: Im hessischen Wald, durch den für den Ausbau der Autobahn 49 eine Schneise gezogen werden soll, sollen nach Rodungen im Herrenwald bei Stadtallendorf nun auch im Dannenröder Forst bei Homberg/Ohm Bäume gefällt werden. Umwelt- und KlimaschützerInnen protestieren seit Jahren mit Demos, Mahnwachen, Camps oder der Besetzung von Bäumen und Waldstücken gegen das Vorhaben – in den kommenden Wochen entscheidet sich, ob sie dem Druck standhalten.

Hier finden Sie Kontakte und Infos über die aktuelle Lage. Die Waldschutz-Aktionen können Sie auch weiterhin noch per Mail unterstützen, indem Sie sich bei Bundesverkehrsminister Scheuer und Staatsminister Al-Wazir gegen die Rohdung beschweren. Der BUND hat dafür ein Formular online gestellt, das diesen Einspruch noch einfacher macht.

Der Protest gegen die Abholzung zugunsten der Autobahnausbaus ist längst über die Grenzen von Hessen hinaus gewachsen: bereits Ende Oktober besetzten Klima-AktivistInnen von Fridays for Future, Ende Gelände, den Anti-Kohle-Kidz und Sand im Getriebe die Bundesgeschäftsstelle der Grünen in Berlin-Mitte, um gegen den Weiterbau der A49 zu demonstrieren. Falls Sie die Proteste unterstützen wollen: Von Freitag, dem 20.11. bis Sonntag, den 22.11. planen die Natur- und KlimaschützerInnen von Bündnis Ende Gelände – mit Rücksicht auf die geltenden Hygieneauflagen – die kommenden Demonstrationen. Bei Interesse kann man sich hier anmelden.

5) Blick in die Sterne: Entdecken Sie die Geheimnisse des Universums
Auch wenn Sie diese Aktivität nicht zwingend hinaus in die Natur führt: Sie werden den winterlichen Nachthimmel fortan mit anderen Augen sehen. Denn auf der Projektseite „Zooniversum“ können Sie AstronomInnen bei der Suche nach supermassiven Schwarzen Löchern und sternenbildenden Galaxien helfen.

Konkret geht es darum, Bilder des Radioteleskops LOFAR auszuwerten. Die TeilnehmerInnen werden Schritt für Schritt an ihre Aufgabe herangeführt, sie müssen in den „Radio-Bildern“ die passenden Galaxien finden und anklicken. Bei Problemen stehen WissenschaftlerInnen zur Verfügung, um Fragen zu beantworten. Vorkenntnisse sind nicht nötig, nur ein Computer mit Internetanschluss.  

Wer beim Projekt mitwirkt gewinnt ein tieferes Verständnis für die Struktur unserer Galaxie. Die meisten dieser Sternenbilder hat noch nie zuvor ein Mensch gesehen.

6) Müll-Challenge: Spazierend aufräumen
Wer eine Runde in der Natur mit einer guten Sache verbinden will, dem seien die Hashtags #trashchallenge oder #cleanup ans Herz gelegt. Unter diesen Schlagworten kann man in den Sozialen Medien Menschen auf der ganzen Welt bei ihrem Kampf gegen die Müllflut zuschauen – und sich davon inspirieren lassen. Mal macht sich nur ein Einzelner daran, den Bachlauf in seiner Siedlung von Müll zu reinigen, mal kommt eine Gruppe zusammen, um ihr Viertel etwas sauberer zu machen. Dafür braucht es nicht mehr als einen Müllsack und Handschuhe. Wer Gesellschaft sucht, kann sich kleineren und größeren Organisationen anschließen: Lokale Initiativen, die sich regelmäßig zum Spazier-Aufräumen treffen, sind auf der Seite CleanupNetwork versammelt – oder Sie schließen sich einer der vom BUND organisierten deutschlandweiten Müllsammelaktionen an. In Zeiten gefühlter Ohnmacht kann ein bisschen gesammelter Müll ein wunderbares Zeichen für die eigene Stärke sein.

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Mi., 11.11.2020 - 12:57
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