Guten Abend,

der Okjökull auf Island ist nicht der einzige Gletscher weltweit, den die Erderwärmung auf dem Gewissen hat, aber er wird der erste sein, der eine Gedenktafel bekommt. Am 18. August soll sie, begleitet von einer kleinen Zeremonie, aufgestellt werden.

Überall taut es, in den Alpen, im Himalaya und anderen Gebirgen, ebenso in den Polarregionen; der Permafrost auf Grönland und in Alaska schwindet. Flächenbrände wüten in der Arktis und in Sibirien, Wald und Feld leiden unter Dürre, Flusspegel sinken, andernorts herrschen Starkregen und Überschwemmungen – spätestens seit dem Hitzesommer 2018 ist klar: Der Klimawandel ist da.

Das bestätigt der am Donnerstag erschienene Spezialbericht des Weltklimarats, in dem es um die Zusammenhänge zwischen Erderwärmung und Landnutzung geht. Stichworte wie Wüstenbildung, Landverschlechterung und drohende Nahrungsmittelknappheit lassen keine Freude aufkommen. Fazit: Wir müssen umsteuern bei der Nutzung der Landflächen, und zwar schnell und gründlich.

Auch die neue Ausgabe des Greenpeace Magazin widmet sich dem Klima. Die Titelzeile „Überleben in der Heißzeit“ verrät, worum es geht, nämlich um die zentrale Frage der Zukunft: Gibt es ein richtiges Leben im falschen Klima? Wie schaffen wir es, uns den veränderten Bedingungen anzupassen? Denn längst geht es nicht mehr nur darum, die Erderhitzung zu verhindern, sondern auch um Schadensbegrenzung.

Es trifft sich, dass just zum Thema Landnutzung Forscher des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben in Sachsen-Anhalt und des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung im brandenburgischen Müncheberg Auskunft geben über Pflanzensorten und Landwirtschaft der Zukunft. Und am Beispiel eines Biohofs nahe Bad Waldsee in Oberschwaben wird deutlich, wie sich mit einer ausgeklügelten Fruchtfolge, ganz ohne Dünger und Gift, der Boden gesund und fruchtbar halten lässt.

Unsere Reporter haben auch Menschen getroffen oder kontaktiert, die besser übers Wetter Bescheid wissen als alle anderen: Sie statteten dem Deutschen Wetterdienst einen Besuch ab. TV-Wettermoderatorinnen und -moderatoren aus acht Ländern erzählen, wie der Klimawandel ihre Arbeit verändert. Wir diskutieren ferner, was Städte, Küsten, Regionen und Staaten widerstandsfähiger machen kann und mit welchen Kosten das verbunden ist.

Außerdem sprachen wir mit dem New Yorker Journalisten David Wallace-Wells, Autor des gerade auf Deutsch erschienenen Buchs „Die unbewohnbare Erde“. Darin beschreibt er schonungslos, was auf die Menschheit zukommt, wenn sie die Treibhausgasemissionen nicht zügig auf null bringt. Hoffnung mache ihm, so Wallace-Wells, dass die Öffentlichkeit den Klimawandel allmählich „als existenzielle Krise“ erkenne – und dass die Wirtschaft umdenke.

Wobei die Diskussion offenbar noch nicht alle Teile der Gesellschaft erreicht hat. Der Fotograf Ira Wagner hat für sein Buch „Houseraising“ den Wiederaufbau an der Küste des US-Bundesstaats New Jersey nach dem Hurrikan „Sandy“ dokumentiert. Mithilfe von Fördergeldern lassen viele Betroffene das Fundament ihrer Häuser erhöhen. Doch mit der Erderwärmung bringen sie die Zerstörungen offenbar nicht in Verbindung, und von Klimaschutzmaßnahmen im Energie- oder Verkehrssektor ist dort weit und breit nichts zu sehen.

Genau dieses „Weiter so“ ist natürlich keine Option. Klimaschutz oder Anpassung, das ist hier nicht die Frage – wir brauchen beides. Sonst werden wir irgendwann eine Gedenktafel für den ganzen Planeten aufstellen müssen. In dem „Brief an die Zukunft“ auf der Tafel für den Okjökull heißt es: „Diese Gedenkstätte soll bezeugen, dass wir wissen, was passiert und was getan werden müsste. Nur ihr wisst, ob wir es geschafft haben.“

Überleben in der Heißzeit // Unsere Leseempfehlungen zum Wochenende

Kerstin Eitner
Redakteurin

PS: Wenigstens beim Lernen lässt sich schnell was für ein angenehmes Klima tun: Unser Memo-Spiel mit 48 paarweise auftretenden Tierarten ist eine Arche Noah fürs Gedächtnis und vermittelt ganz nebenbei Informationen über die Tiere. Jetzt eine Woche lang 20 Prozent reduziert.

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