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„Man braucht oft nicht die Maschine, sondern das Loch in der Wand.“
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„Bibliotheken gibt es seit Jahrhunderten, wieso sollte so eine Idee nicht mit Gegenständen funktionieren?“, fragte sich Ina Hahn – und rief einen Leihladen ins Leben. Im „Leila“ können Wiener nicht nur die beliebte Bohrmaschine leihen, sondern auch abseitigere Dinge, die andere Verleiher nicht im Sortiment haben: Skateboards, ein Pandakostüm, ein aufblasbares Gästebett. „Man braucht oft nicht die Maschine, sondern das Loch in der Wand“, sagt die 28-jährige Germanistikstudentin. Wozu also kaufen, wenn leihen doch so einfach ist: Über die Website reserviert man Waffeleisen oder Ukulele für einen oder mehrere Tage und holt sie dann im Laden ab.

Die Idee ist nicht neu, mittlerweile existieren rund dreißig solcher Leihläden in Europa, schätzt Hahn. Doch die Wiener betreiben ihren überaus erfolgreich: Über die Jahre ist nicht nur der Kundenstamm auf rund 150 registrierte Nutzer gewachsen, Hahn und ihre Mitstreiter haben den Leila auch zunehmend professionalisiert. In diesem Jahr haben sie die Website erneuert und sind von einem Hinterzimmer in einen eigenen Laden umgezogen – ermöglicht haben das die gut 12.000 Euro aus einer Crowdfunding-Kampagne.

Dabei betreibt das siebenköpfige Team die Initiative ehrenamtlich, sporadisch unterstützt von einigen Helfern. Die meisten Kunden sind junge Menschen, die die Idee aus ideologischen Gründen unterstützen, nicht unbedingt, um Geld zu sparen. So gibt es für alles eine Leihgebühr, ab einem Euro pro Tag. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass Leute denken, dass Dinge, die nichts kosten, nichts wert sind“, sagt Hahn. Müssten sie für die Gegenstände zahlen, behandelten sie diese besser. Von den Leihgebühren kauft die Initiative zudem Ersatzteile für Reparaturen und finanziert die Ladenmiete.

Dieser Ort ist Hahn wichtig: „Wir wollen einen physischen Raum haben, in dem sich Menschen treffen können.“ So wollen sie auch im neuen Laden den nachhaltigen Konsum feiern, mit Kleidertauschparty und Tischtennisturnier – die Platte kann selbstverständlich ebenfalls ausgeliehen werden.

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