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„Es summt und brummt.“
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Wie man ein Land zum Blühen bringt
Am Anfang war der Frust. Als Kai Behncke vom Insektensterben las, machte er sich Sorgen, dass es bald auch weniger Vögel, Amphibien und andere Tiere geben werde. „Irgendjemand muss doch etwas tun“, sagte sich der 44-Jährige aus Melle bei Osnabrück – und entschied, selbst dieser Irgendjemand zu sein. 2016 war das.

Behncke und eine Handvoll Engagierte gründeten das gemeinnützige Unternehmen „Umweltschutz und Lebenshilfe“. Ihr Ziel: „Wir wollen unseren Landkreis zum Blühen bringen. Wir wollen, dass es summt und brummt“, sagt Behncke. Dazu soll ein Korridor entstehen, in dem Blumenwiesen nicht mehr als anderthalb Kilometer voneinander entfernt liegen. Denn so weit können viele Hummeln und andere Wildbienen täglich fliegen. Auf diese Weise schaffen es die Insekten von Wiese zu Wiese. „Das macht das Projekt einzigartig.“

Land großflächig zu pachten oder zu kaufen, ist teuer. „Also bitten wir öffentlich um Flächen, auf denen wir unser Saatgut ausbringen dürfen“, sagt Behncke. Bisher melden sich Unternehmen, Privathaushalte, Kirchen, freiwillige Feuerwehren, Bauern. Mal sind es fünfzig Quadratmeter vor einem Haus, mal die Rasenflächen vor Schulen und Turnhallen, mal Brachland hinter einer Bushaltestelle.

Zuerst lockern die Ehrenamtlichen den Boden. Dann streuen sie die Saat und trampeln sie fest. Nach neun Wochen blühen vierzig heimische Pflanzenarten, darunter die Wilde Malve, der Beifuß oder die Luzerne. Für Grundstücksbesitzer ist all das kostenlos. Nur mähen müssen sie selbst, ein- bis zweimal im Jahr. 380.000 Quadratmeter auf 191 Flächen sind bisher zusammengekommen. Sie bilden die Abschnitte eines Korridors von 35 Kilometern Länge.

„Ich stecke 15 Stunden die Woche in das Projekt“, sagt Behncke. Insgesamt braucht der Verein derzeit 90.000 Euro im Jahr: für Saatgut, Maschinen, Benzin. Dafür schreiben Behnke und sein Team Anträge an Stiftungen, bewerben sich bei Förderprogrammen und bitten um Spenden. „Wir wollen noch größer werden.“

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